Karaoke im Rauschgold

Estelle v.d. Rhône und Sally Morell im Rauschgold

An diesem Wochenende stand eigentlich nur das Irrenhouse auf dem Zettel und dort braucht man eigentlich vor der Transenshow um 2 Uhr nicht wirklich erscheinen, will man nicht mit aufschliessen. Was also tun, dachte sich Sheila und schaute mal nach, was es sonst noch so in Berlin gab…

Irgendwas ist im Rauschgold, stellte sie fest und wir fuhren einfach mal mehr auf gut Glück als mit wirklichem Veranstaltungsziel dort hin. Es war Karaoke im Rauschgold und zu diesem Anlass war die Bar bis zum Bersten gefüllt und man musste schon ein wenig Zeit und genausoviel Durchsetzungsvermögen mitbringen um eine Bestellung an der Bar abzugeben. Aber kein Problem – wir bekamen unsere beiden Caipis und drängelten uns in den Laden.

Freie Sitzgelegenheiten waren leider Mangelware, aber eine Leere Bühne bot und viele Plätze, die wir einnahmen… zumindest so etwa zwei Minuten, denn dann kamen die beiden Gastgeberinnen Sally Morell und Estelle v.d. Rhône auf die Bühne und und verjagten uns somit.. Naja nicht wirklich. Wir gingen freiwillig, denn der Bühne wollten wir wirklich nicht zu nahe kommen, denn unsere Karaokekünste sind kaum nennenswert. Sheilas vermutlich noch besser als meine, ist sie doch Singstar-geprüft….

Der lustige Sangeswettstreit begann mit einer Darbietung der beiden Gastgeberinnen, die die Liebeserklärung des Herren Frank Sinatra an New York auf deutsch umtexteten und als „Berlin Berlin“ zum besten gaben. Garnichtmal so doof, eine Karaokemaschine zu nehmen, das spart das Orchester. Ich muss auf jeden Fall sagen, dass ich ob der Sangeskunst von Sally und Estelle positiv überrascht war.

Aber eigentlich sollten ja die Gäste mit der Karaokemaschine kommunizieren, daher wurde danach dann auch tatsächlich ein Gast auf die Bühne gebeten um Billy Joels Klassiker „Piano Man“ zu singen. …Jaja, hier war es dann auch tatsächlich ein singen und nicht ein ablesen. Der Herr hat dieses Lied sicher nicht zum ersten Mal zum Besten gegeben, denn er konnte es. Eine Frechheit – Karaokesänger, die gut singen können. Ist das nicht absolut gegen jegliche Karaoke Spielregeln? Na gut, auch das kann Karaoke sein.

Aber schon die nächsten beiden Personen zeigten, dass Karaoke auch wie geplant übel sein kann. Die Beiden werde ich aber aus Pietätsgründen hier nicht veröffentlichen und stattdessen lieber doch einen zumindest mittelmäßigen Sänger, der sich an Queen bzw. Freddie Mercury vergriff.

Eine wirklich gute Vorstellung gab dann aber noch einmal Estelle v.d. Rhône ab, als sie als Spontan-Karaoke noch einmal erklärte, dass sie doch lieber Männer als Schokolade hätte. Nun auch sie hatte diese Spontankaraoke sicher auch nicht zu allerersten Mal gemacht, wie auch der Teddy deutlich machte, der zufälligerweise direkt vorhanden war und dann ins Publikum – sprich in unsere Richtung geschleudert wurde.

Er flog aber nicht ganz bis zu uns, sondern landete auf dem Tisch vor uns und räumte dort die gesammelten Getränke ab. Welch ein Glück, dass mein Cocktail nicht dort stand.

Also, der Besuch im Rauschgold war ein kurzweiliger. Irgendwie mag ich diese Bar mit ihrer Goldfolie an der Wand mit der Schaufensterpuppe plus Perücke, mit rotem Samt und Walk-Of-Fame Stars an der Wand.

Aber es rief nun das Irrenhouse und so verliessen wir den Mehringdamm um vorm Irrenhouse auf Parkplatzsuche zu gehen.

Wong Show – Die Show

Wie bereits erwähnt, habe ich ja die Wong Show am Mittwoch im Schwuz besucht und es war klasse. Man wird mir verzeihen, dass iczh mich nicht an alles erinnern kann, aber 13 Transenplaybacks, einige ausser Konkurrenzbeiträge und zwei großartige Moderatorinnen waren eine totale Reizüberflutung. Einen kleinen Schnipsel zur Gong Show kannte ich ja schon aus Gender X, der großartigen Dokumentation der Berliner Dragszene.

Wie sagte darin noch Daphne de Baakel:

Jetzt mal alle schön ruhig sein, damit es geregelt bei der Schnappsvergabe vor sich geht.

Mit guten Erfahrungen sollte man nicht brechen, drum gab es die Schnappsvergabe immer noch Margot Schlönzke und KoRa van Tastisch, die auch als Nummerngirls fungierten, gaben den schnapps aus, der gemeinschaftlich auf Befehl geext wurde. Sehr löblich finde ich das.

So enthemmt konnte mit der Show begonnen werden, deren Spielregeln der geneigte Leser in meinem Beitrag gestern lesen kann…

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Massenweise Transen, dessen Namen ich bisher nicht kannten enterten die Bühne und gaben ihre Performances zum besten, wobei sowohl bei der Darbeitung als auch beim Aussehen ein gewisser Trash-Faktor wohl zum guten Ton gehörte. Es begann mit „Tima die Göttliche“ deren Outfit etwas an Darth Vader in Blau erinnerte. Sprich ein Gesicht war nicht sichtbar und es dauerte (zu) lang bis sich irgendwer erbarmte, den Gong zu schwingen… Zu dem Zeitpunkt war das Publikum wohl noch nicht richtig in der Show…

Es folgte eine neuerliche Erklärung der Spielregeln durch die beiden Moderatoren Coco Lores und Giselle D’apricot. Dass es aber so fix gehen würde, hätte niemand gedacht. Die nächste Performance war nämlich binnen 25 Sekunden beendet. 5 Sekunden für Schlegelabnehmen, auf die Bühne sprinten und gongen. Ein absoluter Mindestwert. Da hat wohl niemand aufgepasst. Schade für die Künstlerin, dessen Namen ich nicht kannte. (wie die Namen von fast allen hier)

[youtube]http://youtube.com/watch?v=6jygys_75g4[/youtube]

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Nachdem nun also ein gutes sowie ein Schlechtes Beispiel bereits durch waren konnte tatsächlich um den Knüppel geprügelt werden. Schon bei der nächsten Künstlerin wurde schon einigermaßen verbissen geraubt und ebenso verbissen verteidigt.

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Die blonde Perücke in der Mitta war übrigens die Künstlerin

Es war eine wahre Freude. Und bei den Darbietungen war von gigantisch schlecht bis gigantisch gut alles dabei. Vor allem war in der ersten Pause aber ein Auftritt von PMeter Maffay mit Gaby Tupper als die Frau aus „Es war Sommer“. Ich staunte nicht schlecht, als sich Gaby bei der Textzeile „Um die Schultern trug sie nur ihr langes Haar“ ihrer Perücke entledigte und sie als Stola um ihren Hals legte.. …Selber darf man es, aber wenn das jemand bei mir macht, dann gibt es mächtig Ärger… Egal, es war auf jeden Fall großartig und man sollte sich den 30.09. merken, da ist Gaby Tupper mit „Tupperseufzer – Ein Abend in Blond und Pink“ im Rauschgold zu sehen. Sicher sehr sehenswert.

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Sehr sehenswert und ich meine damit absolut sehr sehenswert war der Auftritt von Vechta Farblos, die bereits einen Applaus bekam als sie auf die Bühne kam, von dem andere auch am Ende nur träumen konnten. Dazu muss ich aber auch sagen, dass es auch für mich das Highlite des Abends war. Die gute schien aber auch einige Fans zu haben, so gesellten sich zu mir (ich saß mittlerweile auf den Stufen im Gang in der Mitte) einige Personen, die bereits innerhalb der 20 Sekunden dort standen mit der festen Devise. Das geht durch!. Und? Es ging durch.

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Vechta Farblos in Action, Tilly als Gebärdendolmetscherin und Giselle inspiziert die Tasche.

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Sie performte übrigens genau diesen Titel.

Es folgen einige mehr oder weniger gute Darbietungen, die ich im einzelnen weder benennen kenn noch genau weiss, welcher Name sie vortrug. Wir sind süß aber dumm – dumm aber süß von Paula Sau und wem auchimmer, ein gepfiffener Vortrag vom Nästhäkchen Uschi Wurst, ein Beitrag von Tic Tac Toe und ein Publikumsbeitrag, der unter dem Namen wäwäwägewerkschaft in den Abend und letztendlich (leider gewann) einging.

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Ich glaube, die beiden hatten am Ende am meisten Stimmen, wenn man mal vom Publikumbeitrag absieht. Mir erschloss sich aber leider nicht, warum. Nun der Umgang mit den Künstlerinnen beschränkte sich aber nicht nur auf Ausgongen. Gaby Tupper beispielsweise wurde bei ihrem Beitrag „Hiroshima von Sandra“ von zwei Männern von der Bühne getragen. Sie kam aber zurück und hatte komischerweise ihren Schwan fertiggefaltet.

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Na wenn das dann man nicht gewollt war 😉 Trotzdem klasse.

Um die Wartezeit bei der Auszählung zu überbrücken sangen dann noch Giselle D’apricot, Tilly Kreuzfeld-Jacob, Coco Lores und Kae Tearing Live!! Jaja, die ganzen Playbacktunten…,. Manche können eben auch live singen. Manche besser, andere schlechter. Vielleicht sollte ich mal zu einem Karaokeabend ins Rauschgold gehen und mal sehen, wer da noch alles ganz gut zu laufender musik livesingen kann.

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Giselle D’apricot und Nummerngirls sowie Auszahlungscomputer KoRa van Tastisch und Margot Schlönzke.
Dabei überzeugte mich vor allem Kaey Tearing. Die hat wirklich eine klasse Stimme. Nun gut manch einer würde sagen – „die hat ja auch einen ziemlich großen Resonanzraum“. Ja, das stimmt, aber es kommt eben auch eine klasse Stimme heraus.

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Abgerundet wurde das von einer großen „bitte alle Transen auf die Bühne“ Gemeinschaftsperformance. Was soll ich sagen, 3 1/2 stunden allerbeste Unterhaltung, die ohne die beiden Moderatorinnen kaum halb so klasse gewesen wäre. Also wenn mal wieder eine Wong Show im Schwuz ist, dann bin ich da.

Kann ich schon jetzt reservieren?

Rauschgold – Walk of Fame

Im Proxi Club im Schwuz erzählte uns Trixi von Heute von der Griechischen Nacht im Rauschgold, die dort heute sei. Zwar stand das Rauschgold eigentlich an diesem Abend nicht auf der Liste unserer Unternehmungen, aber da es eben nur eine Straßenüberquerung entfernt ist, setzten wir es eben kurz auf die Liste.

Griechische Nacht also. Das Rauschgold betitelte das wie folgt:

Walk of Fame Vol. VIII – Mehringdamm goes Athen
Mitternachtsshow mit Sternverleihung, Sirtaki und Rembetiko, Ouzo-Bar

Vier mal im Jahr werden im Rauschgold verdiente Personen mit einem Walk of Fame Stern ausgezeichnet. Und heute eben in einer griechischen Nacht mit Ouzo, Loorbeerblättern und Dalia Lavi Musik. Wie eigentlich immer kamen wir gerade zum Beginn einr Show an und konnten sie so gesamt geniessen.

Mehrere Preisträger glänzten zwar durch Abwesenheit, was die Preisverleiherinnen aber nicht davon abhielt sie trotzdem zu ehren und die griechischen Lieder zu trällern.

Mann wird mir verzeihen, wenn ich die Lieder nicht mehr weiss, aber sie gehörten allesamt nicht zu meiner bevorzugten Musikrichtung. Es begann auf jeden Fall mit einer gewollt leicht gelangweilt performenden Gaby Tupper, die als Göttin des Schlechten geschmacks angekündigt wurde. Nicht nett das.

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Gaby Tupper

Und doch liess dieser Beitrag diese Ankündigung durchaus statthaft erscheinen.

Gefolgt wurde diese Darbietung von einer schwungvolleren Trixi von Heute, die schon mal erste Sirtaki Schritte andeutete, diese, jedoch etwas zu hochbeinig zu Theater Theater von Katja Ebstein durchführte.

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Trixi von Heute

Weiter gings im Lustigen Wettstreit wieder mit Gaby Tupper, deren Darbietung nicht wirklich elanvoller als das erste Mal, jedoch um einiges Lustiger anzuschauen war. Der Stern von Piräus gab durchaus Punkte von mir.

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Gaby Tupper

In der Folge wurden (anscheinend) wahllos Personen aus dem Publlikum geholt, um Sirtaki zu tanzen. Sheilas Grund, warum wir nicht gefährdet seien auf die Bühne gezerrt zu werden klang extrem einleuchtend und so wurden wir verschont.

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Es folgte noch ein Beitrag von Sally Morell, der eindeutig der schwungvolleste des Abends war, aber leider mit einem Boney-M Lied eindeutig das Thema „Griechischer Abend“ verfehlte. Sally, das gibt leider Punktabzüge 😉 Trotzdem sehr nett.

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Witziges Outfit. Gerade die Perücke… Nur dieser rote BH untrem grünen Outfit. Also den hätte Sheila mir nie und nimmer durchgehen lassen.

Wer jetzt meine gestrige üble Überleitung schon verkraftet hat, dem setze ich hier den Gnadenstoss. „Durchgehen“. Nach dem Hinweis auf die nächste Walk of Fame Party, die unter dem Motto „Oktoberfest“ steht, gingen wir auch „durch“ – und zwar durchs rauschgold zum Auto um das Kino International aufzusuchen.

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Doch doch, witzig wars.

Schwuz – Proxi Club

Proxi Club 14.07.2007

Proxi Club

Das Schwuz hat mehrere Vorteile. Zum einen gibt es gute Partys, zum zweiten keinerlei Probleme an der Tür, zum dritten ist es nur ein Paar Minuten von meiner Wohnung entfernt und last not least trifft man hier eigentlich immer irgendjemanden.

Für den Start in eine Partynacht ist das Schwuz also immer eine gute Station und beizeiten kann man hier am Ende wieder auf einen letzten Drik stranden, wenn man alle anderen Möglichkeiten der Abendgestaltung (zumindest alle wichtigen) bereits durch hat – und sich eben nichts für ein Bleiben bis mindestens sechs Uhr morgends angeboten hat.

An diesem Wochenende war der Proxis Club angesagt und Sheila hat wohl von Gina Tonic eine Mail oder per Chat eine Nachricht bekommen, die besagte, dass sie mal vorbeischauen solle. Also schauten wir (Sheila, Nina et moi) uns den proxi Club einmal genauer an. Wie an diesem Sommerwochenende nicht anders zu erwarten wars leer. Zu leer. Schade eigentlich. Bei über 30 Grad am Tag hat auch die härteste Partyschwuppe anderes zu tun, als in irgendeinem Club abzutanzen. Aber die Sommerflaute wird auch irgendwann zuende gehen, wenn es wieder kalt und ungemütlich wird.

Wir unterhielten uns also ein wenig mit den anwesenden Mädels KoRa van Tastisch, die wieder unermüdlich Kulturflyer verteilte und Gina Tonic, die ebenso unermüdlich ankommende Gäste mit Kurzen betrunken machte.

Einschub anfang
Gina Tonic hat auch ein Blog, dass unter http://www.ginatonic.blogspot.com/ zu erreichen ist. Das ist ja generell löblich. Weniger löblich, und da weiss ich was ich sage, ist die Frequenz Ihrer Einträge.

Die letzten beiden Einträge stammen aus Dezember 2006 und Mai 2007.
Mensch mensch, Frau Tonic, Juli 2007 und erst einen schreibenswerten Eintrag erlebt? Das kann doch nicht sein! In Sachen Blogging empfehle ich eine Nachhilfe… und als Literatur empfehle ich dieses Blog, oder eben meines. Alle anderen können getrost vergessen werden 😉
Einschub ende

Aber zurück zum Thema: Schnapps und Kultur. Erst die kultur, dann den Schnapps oder erst den Schnapps, damit die Kultur verdaubar ist? Laut KoRa war die schnapps-Kultur Frequenz in etwa ausgeglichen. Soll heißen wer einen schnapps nahm, der stand meist auch der Kultur aufgeschlossen gegenüber und nahm auch einen Flyer. Sogar einige asketische, alkoholfreie waren drunter, die sich nur für die Kultur erwärmen liessen. Vermutlich meinte sie Nina, das alkoholfreie Huhn. Ich glaube ja, sie ist eine trockene alkoholkranke Säuferin, anders kann ich mir diese generelle fast panische Alkoholabstinenz nicht erklären

Na warte, irgendwann füllen wir dich ab – ganz langsam mit Vodka in deinen Wassern 😉

Sheila und ich liessen sich dadurch aber nicht beeinflussen und tranken für sie mit, füllten gar Kurze ab, als Gina nicht so recht nachkam. Jaja, da war ich letzte Woche bei Alice D aufmerksam, wie man das richtig macht… 😉

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Btw. Alkohol im Schwuz…
Irgendwer muss mir mal erzählen, warum ein Pepsi Boston im Schwuz weniger kostet als ein Caipirinha, obwohl er etwa den dreifachen Arbeitsaufwand kostet und knapp 25% mehr Inhalt enthält. Also nicht, dass ich meckern möchte, denn ich trinke den großen, leckeren, günstigen Pepsi Boston, während sich Sheila immer mit dem kleinen, teuren Caipi über den Alkoholpegel rettet.

Und nun kommen wir zu einer meiner zu recht gefürchteten Überleitungen das kleine Wörtchen „über“ in „über den Alkoholpegel…

Nach den Cocktails und den Kurzen gingen wir auch „über“. Genaugenommen über den Mehringdamm ins Rauschgold, wo an diesem Abend der Walk of fame erweitert wurde und zwar mit einer Griechischen Nacht. (Böse überleitung, gell 😉 )