Die Rückseite der Reeperbahn

Es gibt ja neben meinem Blog noch das ein oder andere lesenswerte Blog in der Deutschen Bloggingsphäre, in das ich ab und an reinlese.

Eines davon ist das Blog “Die Rückseite der Reeperbahn” in dem der Musikjournalist Matthias Wagner von seinem Leben und seinen Erlebnissen schreibt.

Ab und an werde ich ja mit meinem Blog mit verschiedenen Begriffen + Reeperbahn gefunden – und zumeist ist dann das hier genannte blog auch irgendwo bei Google zu dem Thema zu finden. Daher ist es mir schon häufig aufgefallen.

Rückseite der Reeperbahn

Da er direkt an der Reeperbahn wohnt trifft er schon mal per se die erstaunlichsten Gestalten, Exzentriker, Huren oder auch Transen sein Beruf als Musikjournalist erweitert diesen Kreis erstaunlicher Gestalten aber noch um ein vielfaches, denn wenn man im Monat etwa 587 Konzerte besucht, findet man dort nicht nur komische Situationen in abgeranzten Rockschuppen vor sondern ebenso viele kaputte wie interessante Gestalten. Darüber lässt sich dann vortrefflich und mit spitzer Zunge schreiben.

wie schrieb er irgendwann:

Im Foyer mache ich mir ein paar Notizen, und ein Typ Marke Banktresor â€â€œ so hoch wie tief und breit â€â€œ starrt mich dumpf an. Ich lächle, aber er verzieht keine Miene. Komisch. Draußen läuft ein Transvestit vorbei, schnappt sich einen der Große-Freiheit-36-Geburtstagsluftballons und bringt ihn zum Zerplatzen. Er lächelt beim Einbiegen in die Schmuckstraße. Ich frage mich seltsamerweise, was seine Eltern gerade über ihn denken. Und ob er manchmal darüber nachdenkt, was seine Eltern über ihn denken. Egal â€â€œ Parallelwelten. So fern voneinander wie Erde und Mars.

Ja, das ist die Reeperbahn, obwohl wenn Schmuckstraße, dann wohl eher Transsexuell denn Transvestit, aber egal. :-)

Dazu Matthias Wagner Zutritt zu wohl allen großartigen Konzerten in Hamburg. Das Konzert der Red Hot Chili Peppers vor 600 Menschen in den Fliegenden Bauten auf St. Pauli hätte wohl jeder gerne mitbekommen. NEID!

unbedingt mal reinlesen. Es lohnt sich.

 

TGCP 7 1/2 – Transen auf der Reeperbahn

Da Henriette als Organisatorin der letzten TGCP abgedankt hat und auch Kathryn zwar nicht aus der Welt ist, sah es so aus, als würde die TGCP den Weg allen irdischen gehen und mit der Nummer 7 beendet worden sein.

Fanny kam aber auf die Idee, die TGCP zu reanimieren und weiterzuführen. Aus diversen Gründen das erste Mal nicht als abgeschottete Party sondern eher als Treffen:

Die TGCP ist tot – Es lebe die TGCP

Nachdem Henriette sich ganz dem Leben als Frau widmet und eine Nachfolge als Organisatoren der TGCP schwer war erscheint Licht am Horizont

Im September wird es eine 8. TransGender Club Party im Glanz & Gloria geben.

Um die Zeit bis dahin unterzubringen, um uns etwas einzugrooven und das Glanz & Gloria nicht ganz zu vergessen werden wir aber bereits am 6.Mai dort feiern.

Zeitknappheit, sportliche, kulturelle, CSD und T*-Großereignisse lassen leider erst im September eine altbekannte TGCP zu, daß soll uns aber nicht vom feiern abhalten….

daher geben wir bekannt:

7 1/2. TransGender-Club-Party (im Glanz & Gloria)
… als Nachfolger der bisherigen sieben Hamburger TGCP’s…

so hieß es – und so war es. Mal nicht abgeschottet, für jedermann zufgänglich, bei bestem Wetter, mit der Reeperbahn vor der Tür und mit einem extrem gefüllten Kiez, da Hafengeburtstag war

Irgendwer kam auf die Idee, sich schon ab 16:00 dort zu Treffen und den Nachmittag auf der Terasse in der Sonne zu verbringen bzw. die diversen Einkaufsmöglichkeiten auf der Reeperbahn aufzusuchen.

TGCP 7 1/2 Reeperbahn

Da ich Fannys Text gepostet habe, mußte ich ja nun auch da sein. Frühzeitig, wenn möglich…. Wer mich kennt, der weiß, daß 16:00 vollkommen unrealistisch ist, da Partys bei mir selten vor Mitternacht beginnen. Knapp nach 17:00 bin ich angekommen und mußte feststellen, daß außer mir gerade ein Mädel da war. Fanny und Begleitung waren immerhin in der Nähe aber gerade zu Jennys Second Wonder.

Einen Ipanema später (es war gerade mal eine Person mehr da und ich bereits ziemlich genervt) überlegte ich mir, dem Glanz & Gloria zu entfliehen und ebenfalls einen Einkaufsbummel zu machen und ich hatte folgendes Gespräch mit dem Barkeeper

Ich: Ich zahle einen Ipanema
Er: 12 €
Ich: 12 €???? Das ist aber ein stolzer Preis.
Er: Der stolze Corny Littmann will ja auch leben.
Ich: Der stolze Corny Littmann scheint aber sehr gut zu leben.
Er: Nun Ja, das ist die Reeperbahn.
Ich: (Blick in die Karte und kein Ipanema zu finden) Sie wollen mir also erzählen, daß ein Ipanema 3 € mehr kostet als ein Caipirinha, weil sie keinen Alkohol verbrauchen?
Er: wieso? Drei Euro weniger. 2x 6 € sind 12 €
Ich: äähm ich sprach von EINEM Ipanema. Kostet der dann 6 €?
Er: Ja, ein Ipanema 12 € das wäre ja total wahnsinnig
Ich: sage ich doch!

Nun, ich trank später auch noch den zweiten. Vorerst klapperte ich aber alle Schuh- und Kleidungsläden der Reeeperbahn ab und probierte das ein- oder andere an (kaufte aber nichts). Witzig waren dabei zwei Frauen bei Shuh Messmer, die darüber diskutierten, welcher von zweien ähnlichen schwarzen klassischen Pumps besser am Fuß aussehen würde. Mit meinem geschulten Auge konnte ich da mit ungefragtem aber doch angenommenen Rat aushelfen. Weiter ging mein Weg über Blicker, Easy Rider, Biggy und diversen kleineren läden zu Hustler.

Ein Großartiger Laden mit den wohl besten Umkleidekabinen, die ich kenne, Auf knopfdruck gab es Tageslicht, Neonröhrenlicht, Glühlampenlicht und schwarzlicht und eine Service und Unziehhilfe – Und laut Svenja auf Bitten auch Kaffe und Kekse. Das werde ich das nächste Mal dringend probieren müssen :-) Gefunden hab ich übrigens in den Läden so einiges – aber zur Abwechslung alles in den Läden gelassen. Zu guterletzt bin ich noch zu Burger King um mich etwas zu stärken.

Dort bekam ich den Arbeitsberginn der dort stehenden Nutten? Huren? Prostituierten? ach “Damen” mit, die dort um 8:00 begannen. Es scheint dort eine wirklich harte Hierarche zu geben. Bestimmte damen, durften sich vorne eingruppieren und die ganze Kette der Mädels wanderte einen Platz weiter. Spannend und ich fragte mich, wer – und warum – wohl ganz vorne stehen dürfte.

Egal 20:00 und das Glanz & Gloria war nicht etwas jetzt vollständig Transenfrei, sondern mit bestimmt 15 Mädels gut gefüllt – und es kamen mehr und mehr. Beispielsweise Chris oder Jasmin aus Hannover und viele viele StiNos die genug vom Hafengeburtstag hatten.


Jasmin aus hannover
In mehreren Telefonaten konnte ich auch Annabelle und Svenja zum Erscheinen überreden.

Kleine Anekdote am Rand: Ich stand an der Straße und telefonierte mit Annabelle, auf einmal höre ich hinter mir ein Pfeiffen. Ich drehe mich um “Ach übrigens ich bin ein Mann” und sehe in entsetzte Augen…. Das Mädel daneben (Passantin oder Freundin?) lachte sich halb tot dabei….

Wir waren also eine ganze menge Mädels und hatten mit lauterer Musik und längerem Abend auch viel Spaß. Wobei wir nicht so recht sagen konnten, ob das Glanz & Gloria so voll wegen oder trotz uns war. Zumindest gab es viele Passanten, die von uns hereingelockt wurden :-)

Ebenso die meiste Zeit im Glanz & Gloria hat sich Olivia Jones herumgetrieben, die eigentlich nebenan im Schmidts Ihre Party “Olivias Dancehall” hatte und ob der vielen Transen ziemlich verwundert war.

Olivia Jones

Sie meinte aber auch, daß wir gerne auf ihre Party gehen könnten und auch gratis rein kämen, aber es sich nicht lohnen würde. Also trieben wir uns wie sie lieber weiterhin im Glanz & Gloria herum.

Transen Reeperbahn

Bis zum Ende um 4 Uhr morgend blieben die meisten Mädels und eine ganze Reihe netter Passanten im Glanz & Gloria. Die Party war also viel besser als geplant und man sollte sich überlegen, soetwas nur noch öffentlich zu gestalten :-)
Abschließend saß ich kurz vorm Gehen vorm Glanz & Gloria und erlebte meine erste unschöne Situation als Tranny. Ein offensichtlich angetrunkener Typ mit “Mischeflasche” kam auf mich zu

Er: ey bist Du ein Transformer

Ich: Nein bin ich nicht

Er: Kopfschüttelnd irgend einen Blödsinn brabbelnd

ich: mit einer abwinkenden Handbewegung zeigen, er möge mich bitte in Ruhe lassen und gehen

leider bewegte es nur, zurückzukommen und mir, mich beschimpfend zu erklären,

Er: Ey beleidige mich nicht (klaut meine Brille (10€ Sonnenbrille) und stiefelt los..

was tun? Vermutlich das falsche….

Ich: Hey stop (hinterher und ihn festhaltend)

Er: Ey Fass mich nicht an

Ich: Meine Brille bitte!

Er: Hier hast Du sie: (Brille auf den Boden geschmissen, draufgetreten um mir dann ins Gesicht zu spucken.

Das hat mir gereicht und ich ging ziemlich geladen zurück ins Glanz & Gloria.

Was lerne ich daraus?

Ich mag verstrahlte Besoffene nicht, die mir meine Brille klauen, sie zertreten, mich beschimpfen und mir ins Gesicht spucken.

Nun am hafengeburtstagswochenende, wo Touris bereits morgend zu saufen anfangen, kann einem soetwas gegen 4:00 Morgens auf der Reeperbahn passieren. Ansonsten war es aber ein ziemlich guter Abend :-)

Der Blick ins Glanz & Gloria

Viele nette Passanten gänzlich ohne Berührungsängste


Die obligatorischen Junggesellen Feiern, die bei gutem Wetter massenhaft über die Reeperbahn ziehen.


Die Dame links hatte übrigend zwei vollkommen humorllose Begleiter, die nicht wirklich gut fanden, daß sie Spaß mit Transen hatte :-)

Eine ganze Menge Bilder mehr gibt es bei Fanny und generell mehr zur TGCP in Hamburg im September

passende Beiträge:
noch nix.

Reeperbahn-Bummel und Bergtour

Gestern Abend sollte eine fast schon stressige Woche beginnen, die mich als Tranny auf die Reeperbahn, nach Berlin, zu Muddi und vielleicht wieder auf die Reeperbahn führen wird. Wenig stressig, sondern vielmehr sehr nett soll das allerdings werden. Man wird sehen.

Gestern war ersteinmal ein netter Abend mit Bianca angesagt. Nachdem wir ja neulich festgestellt hatten, daß wir uns eigentlich nicht kennen und es doch ein Bild von uns gibt, wollten wir uns nun auch mal wirklich live treffen.

Sie war gerade mal in Hamburg und da bot sich die Reeperbahn an. Leider war Mittwoch und der Kiez (für nicht Hamburger: Reeperbahn und Umgebung), wie für einen Mittwoch üblich, ziemlich leer. Erst ab Donnerstags tanzt hier das Leben.

Bianca wollte sich wohl schon drei bis vier Mal in Hamburg mit irgendwem treffen und es “kam von hamburger Seite irgendwie immer etwas dazwischen”. Wer hat diese Erfahrung nicht schon mal gemacht? Nun denn ich wollte nicht schlechte Erfahrung Nummer 5 werden, aber der Zeitplan Arbeit – stylen – Reeperbahn war schon arg knapp.

Nach einem kurzen Telefonat stellte sich aber heraus, daß nicht nur ich zu spät war, sondern Bianca ebenfalls. Wir kamen also beide verspätet im Glanz & Gloria an. Das Glanz & Gloria ist ja nun der typische Ausgangsstandort für Transen, die die Reeperbahn unsicher machen wollten. So eben auch für uns beiden hübschen.

Was macht man am Mittwoch auf der Reeperbahn? Irgendwie geht soo viel nicht. es ist alles leer. Aber Bianca hatte da eine Idee.

“vier Freikarten für das Pulverfass

Ich schaute kurz drauf und mußte feststellen, daß weder der Monat jeweils 2x Mai und Juni noch das Jahr 2005 passten. – Diese beiden Freikarten waren also ziemlich wertlos.

Als zwei Blondchen, die wir ja waren, kann man aber schon mal versuchen, vier Freikarten gegen zwei mal Eintritt einzutauschen. Der Versuch war gut – aber vollkommen erfolglos. Was soll man machen… Genau weiterziehen.

Neben dan unzähligen Etablissements mit dem namen Dollhouse gibt es in der Großen Freiheit einen Irish Pub, der an anderen Tagen wie Freitag oder Samstag immer einen Besuch wert ist. An den eben genannten Tagen ist er eher eine Tourifalle aber Mittwoch spielte dort eine Funkband, die garnicht mal so übel war. Ich habe sogar einige der Lieder erkannt ;-) Richtig spannend war es aber nicht und so zogen wir weiter.

Ebenfalls in der Großen Freiheit ist der Club Location 2., die einzige Disco, die Mittwochs offen hat. Einige Meter davor kamen uns zwo Mädels entgegen, die uns mit den Worten

Hey! sehr sexy! und tolle Beine!!

begrüßten :-) Ich glaube sie meinten uns beiden. Sowas hört man auf jeden Fall sehr gerne. Zumindest viel lieber als das, was man uns dann im Location 2 erzählte. Wie sagte der Typ noch?

Für Männer seht Ihr echt gut aus.

Das war als Kompliment gemeint und ich hab es einfach mal so verstanden. ;-) er. Hätte er gesagt, “Ihr schaut besser aus als meine Freundin” hätte er wohl von ihr direkt eine Klatsche bekommen. Egal sie hatte zumindest nichts einzuwenden, als er fragte, ob er ein Foto mit uns bekommen kann. Ich gab ihm dann noch meine Emailadresse, und sagte ihm, er möge mir schreiben um das Bild zu bekommen.

natürlich hat er sich nicht gemeldet :-)
(Übrigens hatten wir zumindest beide längere Beine als seine Freundin)

ich merke gerade, daß es bei mir nur Bilder mit offenem Mund gibt.

Irgendwann wurde uns aber auch das Location 2 zu langweilig und wir gingen zum Hamburger Berg, um die letzten Getränke im Nachtasyl zu nehmen. der Hamburger Berg ist eine Seitenstraße der Reeperbahn, wo sich eine Musikkneipe an die nächste Reihe … ähhh reiht. Spontan fallen mir 10 Kneipen ein, die alle ihre Nische haben und die hervorragend miteinander existieren. Alleine für eine Bergtour kann man locker einen Abend verbringen und ein gut gefülltes Portemonnaie eine gut gefüllte Geldbörse (trotz sehr sehr humaner Preise vertrinken). Der “Berg” ist aber eher ein Hamburger Original und die Touris verirren sich hier eher selten hin. Uns zog es ins Nachtlager und wir flezten uns lässig auf eines der Sofas. Im ganzen Nachtasyl waren vielleicht 15 Leute incl. Bedienung und uns.

Ich erzählte noch, daß dort am Wochenende und in den Semesterferien dort der vielbeschworene Bär steppt, als auf einmal ein Mädel in die Bar kam und der Bedienung sagte “Gleich kommt die Meute”. Das hörte ich und wußte damit nichts anzufangen.. Einige Minuten später kamen ein paar Personen ins Nachtlager, von denen einer ein entfernter Bekannter war. Er nahm aber keine Notitz von uns und zog zum Kicker.

Ein Paar Minuten kam aber wirklich eine Meute. Locker 100 Erstsemester aus dem Fachbereich Erziehungswissenschaften bevölkerten das Nachtasyl und den Behweg davor.

Wir unterhielten uns ziemlich nett mit einem Mädel, die uns darüber aufklärte, was das für eine Truppe gewesen ist, die da gerade über den Kiez zog. Wir zogen inmitten dieser Truppe von Tigerentenfetischistinnen aus ganz Deutschland aber wenig Aufsehen auf uns (Bis auf den einen Typen, der uns aus sicherer Entfernung fotografierte – idiot). Egal, damit wir auch selber noch ein Foto hatten, hat das Mädel noch ein Foto von uns gemacht. Merci.

Nun wollten wir eigentlich nach Hause, aber direkt neben dem Nachtasyl ist die Villa Kunterbunt. Scheinbar auch bekannt als DIE kneipe für Transen auf St.Pauli. Ich war noch nie drin, also gingen wir herein tranken noch eine Cola und verzogen uns wieder. Also diese Kneipe war echt nicht mein Ding. Da kann man als Transe auf der Reeperbahn viel bessere Bars, oder Discos aufsuchen.

Schlußendlich war es aber ein sehr gelungener Abend, der mir viel Spaß bereitet hat.

…Auf dem Rückweg aß ich noch etwas, um dann die weitere nacht auf der Toilette zu verbringen. Na vielen Dank. Nächstes Mal bitte fett wechseln, oder so

Kieztanke, Glanz & Gloria sowie Hamburger Berg

Die Älteren unter Euch werden sich vielleicht noch dran erinnern, Hamburg war in den Jahren 1810 bis 1814 eine französische Stadt, bis die Franzmänner Franzosen hochkantig rausgeworfen wurden.

Manchmal trauen sich aber immer noch einige Franznacken Franzosen nach Hamburg um nach dem Rechten zu sehen (oder vielleicht einen neuerlichen Einmarsch zu planen?). So war die letzten Tage mal wieder Laura im Lande bzw. in der Stadt. Dieses zur Anlass wolten wir nehmen, einmal loszuziehen. Der Kiez (Die Reeperbahn) ist Donnerstags bekanntlich gut gefüllt und ein netter Abend sollte somit fast garantiert sein.

Einige Mädels, die wir zum Mitkommen bewegen wollten, konnten entweder nicht, wollten entweder nicht, erreichten wir nicht oder konnten mangels Adresse und Telefonnummer nicht angesprochen werden. Nun denn, also ein Abend zu zweit. Ist ja auch etwas nettes.

Da Laura allerdings im gleichen Hotel wie ihre Kollegen nächtigte, wollte sie verständlicherweise nicht als Laura aus dem Hotel gehen, also kam sie zu mir und wir dressten uns eben bei mir. Wer schon einmal bei mir war, der weiß, dass mein Bad nichteinmal für eine Transe mit vollständiger Ausrüstung ausreicht, geschweigedenn für zwei von der Sorte. So dauerte das Styling dann auch relativ lange (soll heißen: noch länger als eh schon – und bekanntermaßen bin ich eine Schnecke, was das Styling angeht… Nur noch von Annabelle in Recklinghausen übertroffen – und gestern von Laura :-) ) Beim rein ins Bad, raus aus dem Bad, wieder rein ins Bad hat Laura sich übrigens nicht gerade leise verhalten *klack*klack*klack* (Also wenn mein Nachbar bei den gestrigen Stöckelgeräuschen keinen Verdacht geschöpft hat, dann ist er entweder fantasielos oder taub)

Das irgendwas an diesem Abend anders ist, hätte ich sofort merken müssen, als ich an der berühmt-berüchtigsten Kieztanke, der umsatzstärksten und wohl bekanntesten Tankstelle Deutschlands nicht in einer langen reihe stand, sondern meine Fischermans direkt an die Kasse tragen konnte.

Egal, eingesteckt und auf ins Glanz & Gloria, dem typischen Start eines Transen-Kiez-Abends auf St.Pauli. Dort beschwerten wir uns ersteinmal über die lausige Kälte auf der Reeperbahn und erhielten die Antwort, es könne vielelicht auch an unserer Kleidung liegen….

Genaugenommen war das garnicht so weit hergeholt, hatte mich Laura doch von einer langen Hose abbringen können und zu einem Jeansmini hinbewegen können, da man sonst “Ja meine neuen Stiefel nicht sähe. Recht hatte sie, also zeigen und frieren und (nicht über Gebühr, aber doch ein wenig) meckern. Wie heißt es noch so schön?

Wer schön sein will, muss leiden

Im Glanz & Gloria gab es an diesem Abend Hot-Cipirinha zum Vorzugspreis von 5,50 statt ausverschämter 9,00 € für einen kalten Caipi, heißes Wasser, Cachasa Limetten zusammen. sahr schmackhaft und vor allem warm. Gerade gut angewärmt um die nächste Station in Angriff zu nehmen. Auf zur Großen Freiheit zum Tanzen.

Auf dem Weg dorthin an der dort stehenden amen vom “ältesten Gewerbe der Welt” vorbei, die im Übrigen in Ihren Skianzügen wohl weniger frierten als wir in unseren Minis. :-)

In der großen Freiheit angekommen mussten wir feststellen, dass es extrem leer war. Alle drei Discos die wir überlegten zu betreten zeichneten sich durch eine große Leere aus. Wie ausgestorben. Die üblichen Verdächtigen (Schüler, Studenten und andere Nachtgeschöpfe) hatten wohl bereits Tags voraus die Nacht zum Tag gemacht und den großartigen Sieg des FC. St.Pauli gegen Werder lang und ausgiebig gefeiert. Wir beließen es also dabei nicht in eine Disco zu gehen und suchten lieber den Hamburger Berg auf.

Wie heißt es noch so schön im Liedtext von Aussenborder?

Hamburger Berg – Hier ist nachts der Teufel los

Heute war es aber nicht nur kalt in der Hölle sondern auch erstaunlich leer. Nicht einmal 20 Leute im Nachtasyl, als wir dort waren, kaum mehr Personen in Rosis Bar als wir dort waren und in all den anderen Kneipen und Bars war nicht mehr los. Komisch.

Nun denn haben wir und halt einfach nett unterhalten als Party zu machen. Spannend, nett und immer wieder gerne.

Was kann man noch sagen: Hamburgs Taxifahrer können nicht fotografieren – Falsche Nägel halten einfach nicht mit tatsächlich nur einem Tropfen Kleber, Laura – Betrunkene, die sich vor einem aufbauen und einen dann in einer Blitzaktion küssen, sind ganz schön komisch – Neue Stiefel sollte man an der Sohle anrauhen, bevor man auf Eis und Schnee geht.