Rio de Janeiro Rundgang

Okay, ich habe noch massig Bilder meines Urlaubes in Brasilien und einige Beiträge werde ich wohl noch Post-Rio veröffentlichen… das heisst, wenn ich dazu komme. Nachträgliche Texte sind ja immer doppelt so schwer als sofort getätigte.

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Nach einigen Tagen Rio, die größtenteils im Regen stattfanden und an der Copacabana, die einfach weniger das waren, was ich mir von Rio versprach – okay vorher mehr drüber Informieren, wo man denn so hinfährt, besuchte ich dann doch mal Rio de Janeiro – Also die Stadt als solches. Ich kaufte mir ein Ubahn-Ticket und fuhr einfach mal ohne nähere Idee, was der Tag und Reiseführer so bringen soll in Richtung Centro.

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Irgendwo in Centro an einem Busbahnhof steig ich aus und machte mich auf den Weg zu erkunden, was die Stadt so bringt. Und, Ja!. Rio hat ein paar wirklich tolle Häuser und Bauwerke, aber das meiste ist doch ziemlich heruntergekommen, Oftmals fühlte ich mich glatt an meinen Besuch in Havanna 2010 erinnert.. beispielswqeise, wenn ich irgendwo ein Fassadengerüst ohne das Haus dahinter fand. Aber natürlich fanden sich im großen Einheitsbrei auch immer wieder kleine Perlen oder ganze Straßenzüge, die wirklich nett zurechtgemacht waren.

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Mein Weg führte vollkommen zufällig in einen teil von Rio Centro, der offensichtlich als großer Markt genommen wird. Tausende kleine Läden und Stände, die größtenteils Fashion anboten, aber auch das eher durchschnittlich. Ich lief durch diese tausenden Stände und fand kaum ein stück bei dem es mich gejuckt hätte, es zu kaufen. Fakes wie in Hong Kong gab es da eh nicht – zumindest nicht sichtbar, aber auch alles andere an mode war eher – langweilig.

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Genaugenommen so langweilig, dass ich tatsächlich in normalen Kaufhäusern und bei C&A eingekehrt bin, um zu schauen, ob es da vielelicht noch etwas zu sehen gab. …Gab es aber nicht wirklich, bis auf den Umstand, dass mir bei C&A erstmals richtig aufgefallen ist, wie teuer Rio eigentlich ist. Egal, was man in Rio kaufen möchte, es ist eigentlich genauso teuer, wie in Deutschland. Mir wurde es dann erklärt, dass es wohl so ist, dass es eine niedrige Einkommensteuer aber eine hohe Umsatzsteuer gibt. Wer also viel hat und viel ausgibt, muss auch viel steuern zahlen. eigentlich ja vollkommen richtig…. aber günstig ist ein Urlaub da eben nicht. Zumindest in Rio nicht.

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Spannend war dann eher ein vergleichsweise großer Laden a`la Deko Behrendt. nur eben in groß, in denen sich offensichtlich einige der Sambaschulen ihre Federn kaufen. Denn was Outfit-Grundgerüste anging, gab es da allerhand zu sehen, aber irgendwie mochte ich überall meine Kamera nicht wirklich rausholen und damit rumfuchteln.

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Erstaunt hat mich aber das religiöse Rio De Janeiro. Überall kleine Kirchen. Okay, die gibt es ja überall, aber beispielsweise gibt es direkt irgendwo in der Marktstrasse eine kleine Kirche, die geöffnet ist, die während des Einkaufs ordentlich frequentiert wurde. Vorher war ich schon leicht verwundert, dass es Läden gab, die zu einem großen Teil nur Bibeln verkauften… Die würden sie nicht verkaufen, wenn sie nicht auch gekauft würden…

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Eine besondere „Kirche“ war dann aber noch einmal die „Cathedral exterior“. Von aussen schaut sie aus, wie eine Inka Pyramide, von innen allerdings ist es eine Kathedrale mit riesigen Buntfenstern zu vier Seiten, die schon sehr eindrucksvoll sind.

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Sie sind allerdings auch so hoch, dass man sie mit einer Kamera leider nicht wirklich zeigen kann. Man muss sie sich schon live ansehen, aber das ist ja eh immer das beste.

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Bip Bip – Samba in Rio De Janeiro

Bip Bip – Rio de Janeiro

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Der entspannte Tag in Urca, der Regen und die Bekanntschaft mit meinem neuen Vermieter haben mir gezeigt, dass ich eigentlich keine Lust mehr auf Rio de Janeiro habe. Genaugenommen habe ich heute beschlossen, die nächste bereits bezahlte Nacht bei meinem Vermieter verfallen zu lassen und morgen den Bus nach Paraty zu nehmen um mal zu schauen, ob man da Ruhe und Entspannung finden kann.

Dieses war also mein zweiter Stop an der Copacabana und während der erste Stop mich in ein Appartment im Red Light District geführt hat, war der zweite noch viel näher beim roten Licht. Muss man beides nicht haben.

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Essen allerdings muss man, also zog ich gestern Abend noch los, um irgendwo ein Restaurant zu finden, bei dem ich etwas essen könne und einen Mojito trinken finden würde. Fand ich dann auch, aber vor allem fand ich auf dem Rückweg etwas anderes. Eine kleine Bar namens Bip Bip.

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Vor der Tür standen ein paar Plastiktische und -Stühle und eine menge Personen – alle mit Bierdosen in der Hand und aus der Bar drang Livemusik. Nicht allerdings von einer Liveband, sondern von den Gästen dieser Bar. Ca. 10 Musiker waren anwesend und spielten abwechselnd mit den Gitarren und den kleinen brasilianischen Gitarren sowie mit einigen Percussion Instrumenten.

Gute Idee, da mal eine Weile zuzuhören und ein Getränk zu nehmen. Das war schwierig, denn es gab hinter der Theke zwar zwei prallgefüllte Kühlschränke mit Dosenbier, aber niemanden, den man danach hätte fragen können…. Irgendwann erbarmte sich aber jemand und erklärte mir in Englisch, dass man sich einfach ein bier nimmt, und dem „da hinten mit dem Bart“ anzeigt, dass man sich eines genommen hätte. „Der da hinten mit dem Bart“ war der Inhaber und ich wurde auf seiner Liste „the german“.

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Wow, anderthalb Wochen Rio de Janeiro und das erste Mal, dass jemand einem anderen vertraute. Ich blieb dann auch tatsächlich nicht nur ein Bier sondern bis die Bar sich gegen ein Uhr Morgens leerte. Bis dahin wechselten sich die Musiker noch X-Mal an ihren Instrumenten ab und sangen gemeinschaftlich ihre Lieder. Eine wirklich tolle Stimmung, die ich natürlich erst am letzten tag in Rio fand…

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Das Bip Bip und die Stimmung dort haben mich mit Rio doch tatsächlich versöhnt.

Rio de Janeiro – Urca

Rio de Janeiro – Urca

heute war eigentlich der erste richtig entspannte Tag in Rio De Janeiro. Warum? Ich bin nach Urca geflüchtet.

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Was ich so richtig vorher nicht auf der Uhr hatte ist, dass Rio de Janeiro zum Entspannen der falsche Ort ist. Überall ist es laut, überall wird gebaur, Presslufthämmer durchschneiden nicht nur die Strassen oder Häuser sondern vor allem auch die Luft. Dazu ist eigentlich jede Strasse mindestens zweispurig und das auf jeder Seite. Autos. Gehupe…. Bäääh

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Wenn man an der Copacabana liegt, und direkt daneben insgesamt 6 Spuren Autos vorbeidüsen und einem jeder Reiseführer eindringlich einschwört, dass man gut daran täte, des Abends gar nicht da zu sein und am Tage viel Aufmerksamkeit walten zu lassen, dann ist das alles andere als entspannend… Leider.

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Heute bin ich daher geflüchtet und zwar an den vermutlich ruhigsten Stadtteil in Rio de Janeiro nach Urca. vom Zuckerhut hab ich Urca gesehen. Zwei Seiten Wasser, eine Seite Zuckerhut und nur eine kleine hinführende Strasse. Dort kommt niemand hin, der nicht tatsächlich da hin will oder da wohnt und arbeitet…

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Urca besteht vor allem aus vier Dingen: Ein kleiner Strand, ein Strandrestauant „Garota da Urca“, eine Bar „Bar Urca“ und Wohnhäusern. Ausser diesen Dingen nicht viel. Und genau das macht es toll. Hier ist Rio auf einmal wie ein Dorf irgendwo an der See.

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Einen Rundgang durch Urca hat man in 15 Minuten hinter sich gebracht. Hier sind wirklich schöne kleine Häuser, die nicht mit hohen Zäunen bewacht sind und es steht auch nicht vor jedem Haus Wachpersonal. Wenn es sich irgendwo in Rio zu wohnen lohnt, dann hier. Vermutlich ist es hier aber auch teurer als irgendwo sonst… Trotzdem

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Dabei scheint die kleine „Bar Urca“ tatsächlich soetwas wie eine kleine Berühmtheit zu sein, als ich gen Mittag kam, war die gesamte Wasserpromenade von Menschen bevölkert, die sich aus der Bar Essen und Getränke holten und freudig Rio Rio sein liessen.

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Auf der anderen Seite besuchte ich den kleinen Strand, an dem man sich endlich mal sicher fühlen konnte. Hier konnte man tatsächlich auch mal die Augen schliessen. Das wollte ich aber garnicht, denn es war allerhand Troubel da. Vier Beachvolleyballfelder, ein kleines Fussballfeld und alles bevölkert. …Aber tatsächlich als Sport und nicht aus Posertum

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Neben mir spielten beispielsqeise zwei Mädels Beachvolleyball, als hätten sie nie was anderes gemacht… Haben sie vermutlich aich nicht. Dabei schätzte ich die beiden auf irgendwas zwischen 8 und 12 Jahre. Die spielten zu zweit auf einem Grossfeld mit Angaben von oben… Wow…. Auch hier war es also nicht wirklich ruhig.

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Aber Stimmen und lachen sind was anderes als 6 Sputen Autos und Presslufthämmer. Nun sitze ich im Restaurant „Garota Da Urca“ freue mich über WLAN und darüber dass ich hier auch mal wage, mein asus transformer herauszuholen und kann endlich mal bei einem Mojito entspannt dasitzen und etwas bloggen.

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Urca, ich komme sicher wieder – und jetzt fahre ich gleich zurück in den troubel

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Nein Danke

Ich will raus hier

Ich meine, ich kenne das ja schon, wenn man alleine reist, wird man generell überall als potenzieller Sextourist angesehen und nein, das ist mein Willen nicht, aber das gerade geht garnicht.

Ich habe die Wohnung gewechselt, da die erste a) etwas teuer war und auch ein paar andere dinge mir nicht zusagten. Nun bin ich zwischen Copacabana und Ipanema in einer Wohnung, die drei Gästewohnungen mit eigenen Bädern vermietet. Das ganze bei einem Deutschbrasilianers…

Das ganze sah okay aus, einfach aber okay und ich brauche das Zimmer je ah vor allem zum schlafen. AirBNB sagte auch nur gutes über die Wohnungen, eine tolle Dachterrasse, wlan uswusf. was für ein toller Host Mario wäre etc. und ausserdem weiss ich ja aus Havanna, wie wichtig es sein kann, jemanden zu haben, der die Landessprache uind Deutsch kann. Drum buchte ich das.

Zimmer okay, aber ich kam rein und im grunde genommen war alles okay, die Putzfrau liess mich herein, ich war allerdings ziemlich verwundert, als ich im Safe einen Vibrator fand… Ääääh ??? Im Flur vor meiner Tür saß derweil ein junges Mädel, von der ich nur weiss, dass sie Francesca hiess, aber kein englisch konnte… Ich ging davon aus, dass sie eines der anderen Zimmer haben wollte und daher auf den Mario wartete.

War aber nicht so, wie sich herausstelle, als etwa zwei Stunden später der Mario kam. Irgendwer hat das Mädel geschickt sie wolle noch etwas geld verdienen. Unumwunden bot er sie mir an… 150 real + 50 real für den Typen der sie schickte. Obwohl sie wirklich süß war, lehnte ich dankend ab und schaute mit Befremdlichkeit auf den mir nun erst auffallenden Großen Spiegel an meinem Bett. Sollte ich sonst irgendwann Lust auf ein Girl haben, solle ich mich an ihn wenden, er wäre der Meister, da was zu regeln…. Äääh…

Da saß sie mindestens zwei Stunden im Flur. Ewa zwei Stunden später als ich ausgehen wollte, lag ihre Tasche noch immer auf dem Stuhl, sie saß allerdings nicht mehr da, ich nehme an, dass der „Mario sich irgendwo nebenan mit ihr vergnügte“.. Ich kann ja nicht gut schätzen, aber zwischen 16 und 22 konnte die alles sein…. gut dann ich hier auch nur 4 Tage buchte. ich bleibe keinen Tag länger als ich gebucht habe.

Und mit dem Mario rede ich auch kein Wort mehr als ich muss. Danke nein.