2. CSD Gala im Friedrichstadt Palast

Gestern war die 2. CSD Gala im Friedrichstadt Palast und durch ein groß promotetes Drag Queen Casting für einen ebenso groß angekündigten Drag Catwalk wurde auch alles dazu getan, dass auch wirklich jeder davon mitbekommt.

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Sheila Wolf, Tara La Luna, Zoe Delay
Foto: Eventpress Herrmann

So versammelte sich also am gestrigen Abend alles was Rang und Namen oder auch weder Rang noch Namen hatte im Friedrichstadt Palast um die 2. CSD Gala unter dem Motto „CSD meets Show Me – Glamour is Back“ zu genießen und über den pinken Teppich oder gar die große Bühne zu laufen.

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Foto: Eventpress Herrmann

Knapp 2000. Gäste sollen dagewesen sein und der Palast war ziemlich ausgefüllt um ein homosexualisiertes „Best of Show Me“ zu bewundern, in dem zusätzlich zur eigentlichen Show einige kleine Elemente eingebunden wurden, die besonders gut passten, da wurde eine Dame an der Poledance Stange gegen einen jungen talentierten Mann ausgetauscht oder es gab einige Küsse auf der Bühne zu sehen, die es wohl sonst nicht gab.

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Foto: Eventpress Herrmann

Auch der gut aussehende Sänger des Finales war an diesem Abend eine noch viel besser aussehende Dragqueen. Hey er sollte immer so auf der Bühne stehen. Das sah wirklich gut aus und singend ist er eh über jeden Zweifel erhaben.

Aber die CSD Gala ist ja nicht nur ein Spaß. So zeigte sich in den ersten Bildern gleich schon, dass es mehr ist – und immer mehre wird. Ein Einspieler vom letzten CSD Berlin ergab spontanen Szenenapplaus, als Bilder gegen Homophobie und die damals schon deutlich sichtbaren Anzeichen in Russland gezeigt wurden… Aber dazu werde ich sicher in den nächsten Tagen noch was schreiben. Irgendwie hat die ganze Welt nämlich zur Zeit ganz gehörig einen an der Macke. Und das ist nett ausgedrückt.. Aber zurück zur CSD Gala.

Unbenannt

Es hatte noch einiges an Politik dort, denn drei Zivilcourage Preise wurden vergeben. Einen bekam das Land Argentinien für ein enorm fortschrittliches Gesetz dass es jedem Argentinier erlaubt, sein gefühltes Geschlecht vollkommen leben zu können und anerkannt zu bekommen. Wow. In Zeiten von Rückwärtsgewandtheit ein klasse Zeichen – Absolut Ehrenwert – aber für mich eigentlich unter dem Stichwort „Zivilcourage“ nicht ganz richtig eingeordnet.

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Foto: Eventpress Herrmann

Da passt schon eher der zweite Preisträger Dirk Siegfried, ein Rechtsanwalt, der seit vielen Jahren die Bundesgerichte vor sich hertreibt um nach und nach wichtige Entscheidungen zu erkämpfen, Ehegattensplitting, Hinterbliebenenversorgung und und und. Klingt erstmal nicht Sexy ist es aber, weil es bedeutet Gleichstellung – und darum gehts ja. Vermutlich ist er eine Person non Grata auf jedem CSU/CDU/FDP Fest. Insofern war auch seine Spitze gegen Dirk Niebel sehr sehr verständlich die in etwa hieß „Interessant, dass sich die FDP auf solchen Veranstaltungen als toll auszeichnet und dann doch als Schwarz/Gelb anders entscheidet.

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Foto: AEDT – Am Ende Des Tages

Recht hat er. Denn Dirk Niebel hatte direkt davor Kasha Nabagesera ausgezeichnet. Eine ugandische Menschenrechtsaktivistin und Gründerin der Organisation Freedom and Roam Uganda (FARUG), die sich für die Rechte Homosexueller in Uganda einsetzt.. Für mich der – nicht nur – emotionale Höhepunkt der Veranstaltung.

In einem Land, in dem sich solch ein Einsatz gerne mit Ermordung rächt, in einem Land in dem sich Aktivisten wie sie nicht frei bewegen können und keinen festen Wohnsitz haben können ist solch ein Einsatz gar nicht hoch genug zu bewerten. Das ist Zivilcourage – nein, das ist viel mehr als das. Und das Publikum goutierte das mit dem spontanen Erheben von den Stühlen (okay, das tat es später auch noch 2x aber da eher von einigen, die aufstanden aufgezwungen) der nicht endende Applaus für Kasha Nabagesera hingegen war deutlich länger, heftiger und vermutlich auch ehrlicher. Solche Menschen sind Helden und ich bin echt nicht nah am Wasser gebaut, aber das rang mir fast ein Tränchen ab. Ich hoffe der Preis hilft ihr in irgendeiner Art und Weise bei der Arbeit und ist nicht nur ein Preis fürs Regal.

Kasha Nabagesera

Kasha Nabagesera
Foto: Eventpress Herrmann

Ansonsten gab es wie gesagt ein Best of Show Me zu sehen, aber da schaut Ihr lieber in meinen Beitrag über Show me. Tolle Glitzerkostüme, tolle Korper, Frauen und Männer und der tolle Glitzerwasserfall.

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Aber den Abend machten die Besucher aus. Außer auf der tatsächlichen CSD Parade habe ich noch nie eine solche derartige Dichte an berliner Drags gesehen. Leichter ist fast, aufzuzählen, wer nicht da war, als andersherum. Jurassica Parker bezeichnete es als großes Familientreffen… Und irgendwie hatte sie recht. Aber schon am nächsten Samstag sehen sich ja alle zur Parade wieder.

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Foto: Eventpress Herrmann

Zum großen Abschluss, dem Drag Catwalk möchte ich nicht allzuviele Worte verlieren. Nur so viel, ich hatte mir da einiges mehr vorgestellt und das ging einigen so. Choreo? Kostüme? Es gab da sicher das ein oder andere Fragezeichen auf der Bühne… Aber schaut selber:

Jemand sagte, dass sich da sicher mehr machen liesse, aber dann müsse man die jeweiligen Damen wohl einladen und sich nicht drauf verlassen, dass sie schon zum Casting kämen…

Lets Burlesque! mit Evi und das Tier in den Wühlmäusen

Kurzfristig hatte ich von einer Burlesque Show in den Wühlmäusen gehört – und mich dann ebenso kurzfristig entschlossen, dort ebenso aufzuschlagen um mal zu schauen, was Evi und das Tier so bieten … und was Evi und das Tier überhaupt sind.. Den Namen gelesen hatte ich wohl schon, aber da hörte es auch schon auf.

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Um es kurz zu machen. Evi … oder besser Miss Evi ist eine Sängerin mit Band und einer ganzen Menge Anekdoten, die sie durch den Abend führend so von sich gibt und „Das Tier“ ist ihr Pianist …und wohl Ehemann. Zusammen sind sie Evi und das Tier und verantwortlich für diesen wirklich schönen Showabend mit Burlesque, Tanz und Gesang.

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Nun ist das typische Publikum in den Wühlmäusen ein gänzlich anderes als beispielsweise bei den Teaserettes im Wild at Heart, aber das macht nichts. Die Damen und Herren sind ein wenig ergrauter als jene, die gemeinhin in Berlin auf Burlesque Veranstaltungen gehen – wobei noch nicht ganz so, wie Miss Evi von Kreuzfahren berichten konnte „Sieht von oben aus, wie ein Baumwollfeld“… das macht aber nichts, denn die Damen und Herren waren begeisterungsfähig – und nur darauf kommt es doch an.

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Okay, Miss Evi hatte es am Anfang etwas schwer, Begeisterung aus dem Publikum zu kitzeln, aber das dauerte höchstens die ersten 2-3 Nummern lang, dann hatte sie es im Griff und jeder wusste, wann zu klatschen und Gröhlen war.. Zumeist, wenn Miss Evi etwas Haut zeigte. …Etwas haut reichte da aber auch, denn für die wirklichen Burlesque Momente war sie, sondern ihre Gaststars nicht zuständig.

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Und die hatten es in sich. Ein großartiges spanisch-kubanische Tanz-Triple beispielsweise. Oder – und da war ich nun wirklich erstaunt Lady Lou und Tara La Luna. Lou mit einer für mich neuen Nummer mit viel Spiel und Ideen, Tara mit ihrer Audrey Hepburn Breakfast at Tiffanys Nummer, die sie auf dem letzten Queerboot zeigte und mit der sie den größten Applaus des Abends bekam… Abgesehen selbstverständlich vom Schlussapplaus.

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Genug Applaus bekam aber selbstverständlich auch Miss Evi bei allem, was sie darbot zwischen Jazz, Chanson und dem was ich an den Dresden Dolls immer liebte… mit ihrer Band den Tassle Tigers, die offensichtlich großartige Musiker UND Freaks sind. Zwischen toller Musik und Trash gab es einiges zu sehen und hören beispielsweise eine tolle Nummer der – wie evi sagte – sooooo kleinen Edith Piaf oder oder oder aber alles war toll.

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So gab es an diesem Abend tolle Burlesque Nummern, tolle Musik und etwas Trash. Ergo: es war ein toller Abend, der auch etwas von einem Familientreffen hatte.

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Sheila und Diana waren da, Zora, Champagne Sparkles, wie gesagt Tara und Lady Lou, Betty und noch einige mehr.. Und alle waren am Ende hochzufrieden mit der tollen Show in den Wühlmäusen.

 

Queerboot – Party-Dampfer auf der Spree

Rote und Blaue Federn und tanzende Menschen überall

Auch dieses Jahr fuhr mal wieder das Queerboot durch Berlin. Größer als je zuvor, mindestens genau so laut wie je zuvor und mit bis zu drei Dancefloors. Dazu mit einem Showprogramm aus Lola und Sandy, den Teaserettes, Tara, Sheila als Moderateuse und Gloria Viagra hinter einem der Regler… Kann man mal besuchen.

Genaugenommen überlegte ich eine ganze zeit, ob ich denn kommen sollte, aber oben genannte Personen schienen mir ein Argument zu sein, Nadine ebenfalls und Sam, die sich nach berlin begeben wollte… Sam(antha) war die allererste Person, die ich als Zoe kennenlernte. Das ist locker 10 Jahre her und sie lud mich damals zu sich ein und sah toll aus… ganz im Gegensatz zu mir damals, und auch wenn wir alle paar Jahre mal irgendwo schrieben sahen wir uns all die Jahre nie irgendwo. Voila Sam und ich.

Vor allem war ich aber mit Nadine unterwegs, nicht gerade als doppeltes Lottchen, aber doch ähnlich. Gut, ihre Haare schwarz, meine blond, ihr Kleid weiss, meines schwarz, ihre Schuhe blau, meine rot und die Federboas ebenfalls unterschiedlich… Federboas? Ja genau, 10 jeweils, wir dachten, wir versuchen ein wenig aufzufallen und uns jeweils einen netten Federschweif zu gönnen und jeweils passende Schuhe. Nadine besuchte Deko Behrendt, ich sorgte für Schuhe und schon besuchten zwei Paradiesvögel das Queerboot.

….Und schon kurze Zeit später hat jeder das gewusst, und dafür musste man uns nicht einmal gesehen haben, denn wir haben frei nach Hänsel und Gretel liessen wir auf unseren Wegen immer kleine Kiesel Federn zurück, so dass ziemlich klar war, wo wir uns schon so überall herumgetrieben haben.. Bei etwa sechs Stunden auf einem Boot, ist das nach kurzer Zeit das gesamte Boot und man konnte die Veranstalter nur beglückwünschen, dass sie das gesamte Boot mit Plastik ausgelegt haben, sonst würden dort vermutlich heute noch rote und blaue Federn herumfliegen 🙂 Sorry.

140 Transen und Freunde auf einem Boot. Dazu laute Beats und schreiendhohe Höhen. Ein Anblick, der wie üblich am Ufer und bei jeder Brücke für staunende Gesichter sorgt. Immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen Kameras dabei haben und schnell zücken können.

Auf dem Boot halte ich mich da lieber an echte Fotografen wie Daggi und Diana, ihre Freundin. Normalerweise trifft man die beiden ja immer zum CSD in Köln und Hamburg, aber dieses Jahr, liefen wir uns irgendwie nicht über den Weg. Umso schöner, die beiden dann eben auf dem Queerboot zu treffen und ein wenig zu quatschen… 6 Stunden sind ausreichend, um mit jedem, mit dem man dieses denn möchte ein paar Wörter – oder auch mehrere zu wechseln. Das macht solch eine Schiffahrt extrem nett…

Dazu ein paar nette Shows und Sheilas schlagfertige und daurchaus witzige Moderation und selbst das Wetter spielte absolut mit. Was will man mehr. Eigentlich alle Personen, die ich sprach waren vollends zufrieden mit der Seeschiffahrt, selbst die Teaserettes, Tara, Gloria und Diana, die vorher wohl alle etwas unbestimmt ob der Aussicht mit einem solch beladenen Boot über die Spree zu schippern waren.

Und es war wie Nina Queer im Irrenhouse immer sagt: Ist die Show zu Ende, fängt die Party an. Es war mittlerweile dunkel, Gloria machte einen dritten Floor vorne auf, oben und hinten beschallten die False Friends die Menge und der ganze Dampfer tanzte.

Ehrlich, mehrere Stunden konnte man hingehen, wo man wollte, es wurde getanzt, was die Füße in den Heels noch hergaben, mein Favoriten Dancefloor war zwar Glorias, aber dort war es so heiss, dass bald Kondenswasser von der Decke tröpfeln musste, aber das war auch egal, dann ist man eben rausgegangen und hat dort weitergetanzt… und zwar so, dass Montag ein Schnupfen offenbar bei einigen das Ergebnis war.

Die letzten zwei Stunden im dunklen war das Queerboot echt ein Partydampfer mit einer Stimmung, wie sie nicht so oft auf der Spree vorkommen wird…

So kann man auuch nächstes Jahr wieder hingehen, vielleicht kommen dann ja auch alle die, die dieses Jahr schwänzten, gell Jessi?

Tournee burlesque Film

Schon seit einigen Wochen verteilte Sheila Flyer für eine Veranstaltung zur Premiere fom Tournée Burlesque Film, der nicht nur gezeigt werden sollte, sondern auch noch mi einigen Burlesque Performances unterfüttert werden sollte.

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Vom Film hatte ih schon vor längerer Zeit gelesen. Tournée ist ein Film, der im Gegensatz zu „Burlesque“ auch tatsählich mit Burlesque zu tun hat, mit echten Performances und einer Geschichte die eben mal nicht Aschenputtel ist, mit Charaktären, mit echten Burlescue Künstlerinnen und mit einer gewissen Dosis Trash.

Finde ich gut. Das alles sollte im Thalia Kino in Potsdam stattfinden und es kamen tatsächlich allerhand Besucher, deutlich mehr auf jeden Fall, als die Filmpremiere sonst zu erwarten gehabt hätte. Dafür wurde den Besuchern aber auch einiges geboten.

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Sheila herself, Ginger Synne, Tara La Luna, Lada Redstar und Lady Lou traten auf und Gloria Viagra sollte danach noch ein wenig versuchen, die Gäste auf der Tanzfläche zu halten. …Letzteres funktionierte leider nur so mau, da sich die Gäste nach der letzten Nummer Kinotypisch direkt richtung Ausgang bewegten und weg waren. Einige übrig gebliebene tanzten zwar reichlich, aber verlängerten die Aftershow Party dann doch nicht wesentlich.

Kein Parybewusstsein, diese Potsdamer. Das ist sicher auch der Grund, warum die Damen und Herren eben auch in Potsdam und eben nicht in Berlin wohnen 😉 Macht aber nichts, denn es ging an diesem Abend ja eben auch vor allem um Burlesque in Film und Realität und das startete mit einer Nummer von Sheila, die ich so a scchon ein Paar Mal gesehen habe, was ja vor allem daran liegt, dass ich eben oft dort bin, wo sie eben auftritt.

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Für mich spannender war also, was denn noh so passiert, wie beispielsweise bei Lady Lou, die bei ihrer ersten Nummer mit eienm wirklich tollen Outfit auf die Bühne kam und sich – wie es sich für eine Burlesque Nummer gehört – kunftvoll entblätterte um sich danach ebenso kunstvoll wieder einzukleiden um sich den verdienten Applaus abzuholen.

Die Nummer war toll, aber kein Vergleich zu ihrer zweiten Nummer, in der sich zeigte, dass Lady Lou nicht nur eine tolle Burlesque Künstlerin ist, sondern darüber hinaus auch noch eine Superheldin ist, die mit allerlei Waffen dem Böden dieser Welt den Garaus macht. Super-Lou sozusagen und die Dame hat in diesem Fall tatsächlich die Welt gerettet. Danke Lady Lou dass Du auf uns uns aufpasst

Zwei tolle Nummern gab es auch von ginger Synne, die mit viel Mystik in den beiden Nummern und noch mehr Geheimnis in ihren Nummern das Publikum einwickelte und sich selber aus einem estaunlich lang werdenden Kostüm auswickelte

Das alles war aber nichts gegen die beiden Nummern von Lada Redstar, die einfach großartig waren, … Nicht nur die Nummern, sondern vor allem auch die Kostüme waren wirklich atemberaubend und sicher im Preis eines Kleinwagens. So weiss ich ja, was mein Zönix-Kostüm mit seinen Flügeln damals gekostet hat, aber gegen das Korsett und die Schmetterlingsflügel, die waren einfach unglaublich. Ich liebe das Kostüm und selbstverständlich auch die Nummer. Beides wirklich wirklich toll. Das Video müsst ihr unbedingt ansehen.

Doch auch die zweite Nummer von Lada Redstar – und ihr zweite Outfit waren mehr als nur beeindruckend. Ein riesen Vogelhut, ein schillerndes outfit und bei jedem Entblättern wieder neue dinge, wo man sagt “ wow “ tolle Idee. ehrlichgesagt, die beiden Nummern von Lada redstar warn mit das beste, was ich an Burlesque Nummern gesehen habe. Da konnte der Tournée Film nicht gegenanommen.