Angermeier Trachten-Nacht @ Hofbräu Berlin

Angermeier Trachten-Nacht @ Hofbräu Berlin
oder
Türsteher-Macht @ Hofbräu Berlin

Seit einiger Zeit hat die Firma Angermeier eine kleine Filliale im Hofbräu Berlin mit wirklich tollen, zum Teil ausgefallenen Dirndln. Angermeier ist sicherlich eine der ersten Anlaufstellen, wenn man in Berlin ein Dirndl kaufen möchte, selbst, wenn ich neulich in einem kleinen Laden am Alex eines kaufte.

Pink / Weiss – kariert mit grüner Schürze, wirklich toll… einzig das Event zum tragen fehlte mir, das Oktoberfest in München ist immer noch ein fernes Ziel, welches beizeiten besucht werden muss.. doch es kommt ja immer so zufällig wie Weihnachten oder Silvester und eigentlich muss man jetzt schon buchen um ein Hotelzimmer zu erreichen… Und selbt dann steht man doof vorm Zelt.

Gut – Oktoberfest steht also ersteinmal nicht an, stattdessen klang die Angermeier Trachten-Nacht im Hofbräu Berlin als eine gute alternative, das Dirndl – eines meiner mittlerweile dreien – auszuführen und mal zu schauen, ob Sheila das dort gerade stattfindende Dirndl-Mädel Casting gewinnt. Kann man mal anschauen, zumal mit Tara, Lola, Diana etc. für gute Begleitung gesorgt war.

Also packte ich Nadine ein und wir brachen auf ins Hofbräu, wo ersteinmal überhauptnichts auf eine besondere Veranstaltung hinwies. Eine typische Bierzelt-Band und einige – nicht allzuviele Gäste und nahezu keine Trachten… Dass es noch ein “oben” gabe, erfuhren wir von einer Kellnerin…

Ich könnte wetten, “oben” fanden auch andere nicht, denn die Veranstaltung war gelinde gesagt mässig besucht und noch dazu zweigeteilt. Eine Hälfte des eher leeren Raumes war öffentlicher Raum, die andere Hälfte war der durch mehrere stämmige security gesicherter VIP-Gästelisten-Bereich.

Okay, wir standen auf keiner Gästeliste – folglich wurden wir nicht eingelassen und sahen so von weitem auf den Tisch mit all den Bekannten und konnten gerade noch so eben mitanschauen, wie Sheila den eindeutig stärksten Applaus bekam.

Wenn die nicht schummeln, müsste Sheila eigentlich gewonnen haben.

Hat sie nicht – und wir beschlossen dieser Veranstaltung nicht länger beizuwohnen, da man uns mittlerweile an zwei Stellen das stehen untersagte und wir keien Lust hatten, uns stattdessen zu setzen…

So gingen wir lieber nach unten, um noch eine halbe Mass Radler bei deutlich besserer Musik zu trinken. Da trafen wir dann auch den einzigen freundlichen Security Menschen, der sich tatsächlich ein Lächeln abringen konnte, als Nadine ihm sagte, er möge nicht so böse schauen…

Diese folgenden drei waren das übrigens nicht, die sorgten zu dritt gerade, dass ein Gast das heruntergefallene Glas aufkehrte… Seltsame Sitten. Ich glaube im Hofbräu habe ich die größte Ansammlung an Ordnungskräften seit dem 1. Mai in Kreuzberg gesehen. Nur, dass die meisten Polizisten dort freundlicher waren…

Uns zog es dann noch auf einen alkoholfreien Cocktail ins MIO, wo ich bislang geheim gehaltene Reisepläne kundgab, was einerseits okay ist, abererseits aber somit total unüberraschend ist….

Der Typ oben rechts sagt genau das aus, was wir vom Hofbräu gehalten haben…

Irrenhouse Comet Club Berlin

Irrenhouse nun im Comet Club in Kreuzberg
Bleibt alles anders

Wie hab ich neulich auf einer Klowand gelesen? “Friedrichshain stinkt und Kreuzberg lässt nach” … Irgendwie ist das nicht ganz von der Hand zu weisen… Nachdem Prenzlauer Berg vollkommen gentrifiziert ist, passiert ebenjenes seit mindestens zwei Jahren ebenfalls in Friedrichshain. Dort wo früher Bars mit launchiger Musik waren gibt es heute Bioläden und dort wo coole Clubs waren gibt es heute – nichts.

Ein Club nach dem anderen macht dicht, da meistens ein (zugezogener) Anwohner dagegen klagt und gewinnt und folglich ein seit jeher dort ansässiger Club schliessen muss. So zum beispiel der Geburtstagsklub in Friedrichshain und mit ihm eben auch Nina Queers Irrenhouse… Das Irrenhouse war der Grund, warum ich im Juli 2005 das erste Mal nach Berlin gekommen bin und es war eine Offenbarung damals für mich.

Solch eine Offenbarung, dass ich gleich darauf wieder nach Berlin fuhr um 4 Jahre Irrenhouse mitzufeiern… Trotz Gentrifizierung und Clubverlust sowie vieler Jahre, die ins Land gingen, gibt es die Party noch immer und feierte nun 11 jahre Irrenhouse im neuen Comet Club in Kreuzberg … Ein guter Grund, mal wieder bei Nina vorbeizuschauen und einmal zu gucken, was sich verändert hat.

Garnichts – und doch alles.

Es bleibt viel gleich. Nina Queer, Mataina ah Wie Süß, Stella DeStroy und die chronisch verspätete Dragshow um “irgendwas nach zwei Uhr”, dazu Teile der Tresenengel und selbstverständlich die üblichen DJs and DJanes, aber irgendwie ist es doch anders.

Es ist ein bisschen so wie damals mit dem GMF, das vom Cafe Moskau ins Weekend umziehen musste.. der vorherige Club war nicht schön, ein Loch, Underground aber mit einem gewissen Flair – der neue Club ist ein … ja ein Club eben, eine typische Disco. Der Flair des alten Berlins ist dort etwas verloren gegangen.

Nina selber wird das nicht stören. Der neue Standort in Kreuzberg an der Oberbaumbrücke spült neben den Stammgästen eine ganze Menge Touristen in den Club, der Raum ist größer und genauso voll wie vorher und die Party steht vor weiteren 11 Irrenhouse Jahren im Comet Club Kreuzberg. Dafür viel Erfolg.

 

Queerboot – Party-Dampfer auf der Spree

Rote und Blaue Federn und tanzende Menschen überall

Auch dieses Jahr fuhr mal wieder das Queerboot durch Berlin. Größer als je zuvor, mindestens genau so laut wie je zuvor und mit bis zu drei Dancefloors. Dazu mit einem Showprogramm aus Lola und Sandy, den Teaserettes, Tara, Sheila als Moderateuse und Gloria Viagra hinter einem der Regler… Kann man mal besuchen.

Genaugenommen überlegte ich eine ganze zeit, ob ich denn kommen sollte, aber oben genannte Personen schienen mir ein Argument zu sein, Nadine ebenfalls und Sam, die sich nach berlin begeben wollte… Sam(antha) war die allererste Person, die ich als Zoe kennenlernte. Das ist locker 10 Jahre her und sie lud mich damals zu sich ein und sah toll aus… ganz im Gegensatz zu mir damals, und auch wenn wir alle paar Jahre mal irgendwo schrieben sahen wir uns all die Jahre nie irgendwo. Voila Sam und ich.

Vor allem war ich aber mit Nadine unterwegs, nicht gerade als doppeltes Lottchen, aber doch ähnlich. Gut, ihre Haare schwarz, meine blond, ihr Kleid weiss, meines schwarz, ihre Schuhe blau, meine rot und die Federboas ebenfalls unterschiedlich… Federboas? Ja genau, 10 jeweils, wir dachten, wir versuchen ein wenig aufzufallen und uns jeweils einen netten Federschweif zu gönnen und jeweils passende Schuhe. Nadine besuchte Deko Behrendt, ich sorgte für Schuhe und schon besuchten zwei Paradiesvögel das Queerboot.

….Und schon kurze Zeit später hat jeder das gewusst, und dafür musste man uns nicht einmal gesehen haben, denn wir haben frei nach Hänsel und Gretel liessen wir auf unseren Wegen immer kleine Kiesel Federn zurück, so dass ziemlich klar war, wo wir uns schon so überall herumgetrieben haben.. Bei etwa sechs Stunden auf einem Boot, ist das nach kurzer Zeit das gesamte Boot und man konnte die Veranstalter nur beglückwünschen, dass sie das gesamte Boot mit Plastik ausgelegt haben, sonst würden dort vermutlich heute noch rote und blaue Federn herumfliegen :) Sorry.

140 Transen und Freunde auf einem Boot. Dazu laute Beats und schreiendhohe Höhen. Ein Anblick, der wie üblich am Ufer und bei jeder Brücke für staunende Gesichter sorgt. Immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen Kameras dabei haben und schnell zücken können.

Auf dem Boot halte ich mich da lieber an echte Fotografen wie Daggi und Diana, ihre Freundin. Normalerweise trifft man die beiden ja immer zum CSD in Köln und Hamburg, aber dieses Jahr, liefen wir uns irgendwie nicht über den Weg. Umso schöner, die beiden dann eben auf dem Queerboot zu treffen und ein wenig zu quatschen… 6 Stunden sind ausreichend, um mit jedem, mit dem man dieses denn möchte ein paar Wörter – oder auch mehrere zu wechseln. Das macht solch eine Schiffahrt extrem nett…

Dazu ein paar nette Shows und Sheilas schlagfertige und daurchaus witzige Moderation und selbst das Wetter spielte absolut mit. Was will man mehr. Eigentlich alle Personen, die ich sprach waren vollends zufrieden mit der Seeschiffahrt, selbst die Teaserettes, Tara, Gloria und Diana, die vorher wohl alle etwas unbestimmt ob der Aussicht mit einem solch beladenen Boot über die Spree zu schippern waren.

Und es war wie Nina Queer im Irrenhouse immer sagt: Ist die Show zu Ende, fängt die Party an. Es war mittlerweile dunkel, Gloria machte einen dritten Floor vorne auf, oben und hinten beschallten die False Friends die Menge und der ganze Dampfer tanzte.

Ehrlich, mehrere Stunden konnte man hingehen, wo man wollte, es wurde getanzt, was die Füße in den Heels noch hergaben, mein Favoriten Dancefloor war zwar Glorias, aber dort war es so heiss, dass bald Kondenswasser von der Decke tröpfeln musste, aber das war auch egal, dann ist man eben rausgegangen und hat dort weitergetanzt… und zwar so, dass Montag ein Schnupfen offenbar bei einigen das Ergebnis war.

Die letzten zwei Stunden im dunklen war das Queerboot echt ein Partydampfer mit einer Stimmung, wie sie nicht so oft auf der Spree vorkommen wird…

So kann man auuch nächstes Jahr wieder hingehen, vielleicht kommen dann ja auch alle die, die dieses Jahr schwänzten, gell Jessi?

Incognito – Travestie Bar

Ich dachte ja, ich hätte so langsam alle Bars und Clubs gesehen, in denen sich in Berlin Travestie abspielt, aber es finden sich doch immer mal wieder kleine Ecken, die man – also ich – noch nicht kannte. Das Incognito dieses Mal.

Das Queerboot war am Wochenende in der Stadt und somit eine ganze Menge Mädels aus ganz Deutschland und es wurde eine Queerboot Preparty im Incognito ausgerufen, die Nadine und ich besuchen wollten und zumindest Melly Wonder wollte auch noch kommen. Okay, Incognito kenne ich zwar nicht, wenn es Travestie ist, warum nicht mal ausprobieren, zumal bei der Begleitung.

Nadine kam erst einmal zu mir.. In Jeans und Top und überlegte eine ganze Weile rum, ob sie auf den mitgebrachten Rock wechseln sollte. Allerdings war er ihrer meinung nach zu durchsichtig… zu durchsichtig geht in dem Fall zwar gar nicht, ich musste aber zugestehen, dass er nicht so 100%ig wirklich blickdicht war.

Aber wozu habe ich einen knallgefüllten Kleiderschrank. Genau! Um jungen Damen in Not auszuhelfen. Ein Griff in den Kleiderschrank, ein Pailettenkleid in der Hand. Dazu eine Einführung in “How to: Doppelseitiges Klebeband” Et Voilá: ein heisses Geschoss in (m)einem heissen Kleid…  ;-)

So heiss, dass es ein leichtes gewesen wäre, den doch sehr interessierten Taxifahrer so zu bezirzen, dass er sich locker zu einer Gratisfahrt hergegeben hätte, wenn sie es denn wirklich darauf angelegt hätte. Hat sie aber nicht.

Das Incognito ist ein Travestie-Schuppen, wie man es sich Travestie eben vorstellt: Die Incognito Sisters tragen Glitzerfummel und ausladende Perücken und sind vor allem nie einem knackigen Spruch verlegen. So erwartet man es ja auch.

Insgesamt erinnerte mich das Incognito irgendwie ans Rauschgold, statt Goldfolie ah man hier allerdings Silberfolie. Sterne mit Bildern an der Wand, die Bar insgesamt in rot gehalten und wenn ich jetzt das wort etwas “kitschig” verwende, dann ist das keineswegs und absolut nicht abwertend gemeint, denn eine Bar mit klassischer Travestie muss so sein. Erfreulich nette Personen hinter der Theke übrigens, gleich als wir das incognito betraten wurde uns ein Glas Prosecco spendiert… welch eine Aufmerksamkeit.

Bis auf Nadine und Melly – die als Typ kam – kannte ich im Incognito niemanden, auch, wenn einige – wenige – Personen mich offensichtlich kannten, machte aber nichts, denn unterhalten fühlte ich mir gut. So unterhielt ich mich beispielsweise gut mit Claas, einem Typen, der im Incognito mal arbeitete und wohl zum Inventar gehört. Eine coole Type mit einem trockenen Humor.

Irgendwann waren die Shows zu Ende. Das Incognito leerte sich von alleine, Nadines Glas durch meine Hilfe und wir überlegten zu dritt, was wir mit dem Abend noch so anfangen sollten… Glücklicherweise nichts, was sich als gute Idee am Nächsten Morgen herausstellen sollte, als mein Wecker schon vor 9 Uhr (ja morgens) klingelte.