Dykes vs. Drag Queens

Baseball ist wohl DIE amerikanische Sportart schlechthin. Ausser in Amerika hat noch nie ein Mensch herausgefunden, was an dieser Sportart interessant sein soll, aber eben dort ist es eine Religion und ein Ereignis, zu einem Baseballspiel zu gehen und sich dieses anzuschauen.

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Neben Baseball gibt es aber auch noch eine Variante des Spiels, die sich Softball nennt und vermutlich in etwa so angesehen ist wie Frauenfussball bei Hooligans… Trotzdem wird Softball gespielt und zwar ebenso wie Frauenfussball in der Regel von Frauen. Doch auch dieser Sport kann spannend sein, wenn er von den richtigen Teams gespielt wird.

dykes3So geschehen vor etwa einem Monat als sich im Dykes Vs. Drag Queens Bat-N-Rouge Softball Game ziemlich männliche Frauen und ziemlich weibliche Männer gegenüberstanden um herauszufinden, wer besser im Softball ist.

Da stand tatsächlich ein Engel in High Heels mit Victoria Secret Tasche im Outfield. Zumindest scheint das eine sehr trashige und sehr witzige Angelegenheit gewesen zu sein, die am ende von den Dyke Lesben 33:29 gewonnen wurde. Haben nun also die Männer gewonnen oder die Frauen? Egal, denn es war für einen guten Zweck. So konnten beispielsweise Runs gegen 100 $ gekauft werden, die dem GLBT Capitol Hill Alano Club zugute kamen. Witzige Geschichte das Ganze.

RuPauls Giftschrank

Als RuPul irgendwie noch anders war

Es gibt Dinge, die waren einem eigentlich immer klar obwohl man nie wirklich drüber nachgedacht hat. Es gibt darüberhinaus Dinge, die nach denen man irgendwie garnicht so genau nachfragen wollte.

Klar ist, dass keine Dragqueen als die Person auf der Bildfläche erscheint, die sie ist, wenn sie das bereits ein paar Jahre macht. Meistens ist der eigene Stil noch nicht so recht gefunden und in den allermeisten Fällen das schminktechnische Können anfangs noch nicht wirklich ausgeprägt. Eigentlich vollkommen logisch und absolut nachvollziehbar.

Dennoch war ich kurzzeitig verwundert, dass selbst Ru Paul nicht als die Über-Glamour-Dragqueen auf die Welt gekommen ist, die sie seit vielen Jahren ist. Wer hätte das gedacht. Ru Paul besaß einmal einen nicht unerheblichen Trashfaktor und eine Punk-Attitüde. Verwunderlich – und irgendwie doch wieder nicht. Ich zumindest hatte das irgendwie nicht erwartet.

Fetish Musical Devious inc.

Hello Bitch! – Devious Inc.

Mit Filmen und mit Musicals ist das ja immer so eine Sache. Wenn sie etwas trash haben sind sie entweder großartig oder grauevoll. Ab und an auch großartig Grauenvoll. Gleiches kann man von Filmen sagen, in denen Transen vorkommen.

Hier schicken sich mal wieder Filmemacher an, soetwas zu erstellen. Der Film Devious Inc. Release your inner Bliss. (auf deutsch in etwa soviel wie, „lass deine innersten Glücksgefühle raus – englischkundige möge mich bitte verbessern….) nun egal, dieser Film ist mit einem Trailer zu sehen und behauptet von sich ein Fetisch Musical zu sein… soweit ich sehen kann genaugenommen ein Schuhfetisch Musical.

Der Film dreht sich um Ron Everett, einem Schuh-Farmer (fragt nicht, was das ist… Im Film kann man Schuhe sähen und sie wachsen… Ich bin mir allerdings nicht sicher ob das auch mit High Heels geht. Sonst „Gebt mir High Heel Samen“) … Nun Ron träumt nicht gerade davon Schuh Farmer zu sein, sondern von Glamour, Reichtum, Erfolg und großartigem Haar….

Der geerbte Bauernhof, der langweilige Boots und noch langweiligere Orthopädie Schuhe abwirft, ist allerdings sein Leben, es sei denn… Naja eine Woche New Cityvill wartet auf ihn und ein neues Leben.

Mit einem Team von aussenseitern greift er die geheimnisvolle „Bitch“ die Cheffin von BigStuff Inc. an, dem mächtigsten Fetisch Unternehmen der Welt.

Irgendwie klingt das nach einer Mischung aus Kinky Boots und den Typischen „verlierer gegen Gewinner“ Filmen. Es lässt aber den Bildern nettes vermuten. Scheint ein ziemlich abgedrehter Fetisch-Film zu sein. Nonnen, Rosa Plüschhäschen, eine Farm auf der Schuhe angebaut werden, grelle Farben, der heilige Gral äh High Heel, und massenweise Drags. Wirklich schräg. Den will ich sehen.

Trash as Trash Can

Transen, Trash und ich als beides

Am letzten Wochenende war mal wieder Irrenhouse-Time. Folglich sahen wir zu, dass wir unseren Besuch im Rauschgold früh genug beenden um ebenso früh genug zur Transenshow bei :Nina Queer: aufschlagen konnten…. Die Videos zeige ich heute nur nebenher…

Das war aber schwer genug, denn wir parkten midestens…, wenn nicht noch weiter weg.. Und bemerkten dabei wirklich mal wieder, dass der Sommer lange weg ist. Ansonsten war aber alles gut. Ein schönes Kleid, wunderbar laaange Wimpern und generell eine lebensbejahende Grundstimmung. Kurzum: Trash war weit weg und ich fühlte mich gut.

Doch schon während dem Gewaltmarsch-stöckeln in Richtung Irrenhouse machte mich Sheila darauf aufmerksam, dass sich meine linge Mörderwimper gerade selbstständig macht – also gerade von mir abspaltet. Ein wenig hielt sie noch aber keine halbe Stunde später klebte nur noch die Rechte Wimper und der Trash hielt Einzug in meinen Abend.

Zuerst nur wenig, aber im Laufe des Abends immer mehr. Die Transenshow war der Grund für eine Erhöhung meines Trash-Faktors, denn die Mädels sauten mal wieder ordentlich auf der Bühne rum. Konfetti, Wasser und Mehl. Eine schlechte Zusammenstellung um einen Glamourfaktor zu erhalten – zumindest nicht, wenn man von allen drei Sachen in starkem Maße getroffen wird.

Da stand ich also nun vorm Spiegel, besudelt mit Konfetti, Mehl und Wasser und nur mit einer Wimper. Ich muss eingestehen, da war nicht mehr viel zu machen.

Allerdings war das noch nicht das Ende des Tages. Ein Missgeschick erweiterte den Trash Faktor nocheinmal… Ich trug ein silberfarbenes Armband mit dicken Platikklunkern und Metalleinfassungen, an den man einfach hängenbleiben kann – zum Beispiel in seinen Nylons. Das tat ich und es brachte mir eine laaange Laufmasche ein. „Okay, dann mache ich eben den Trash gesellschaftsfähig“, dachte ich mir, machte noch ein paar weitere Löcher herein, zerstörte mein Armband und stieg auf den nächstbesten Stuhl und tanzte wild. Glamour? Neee!, Trash? Yaaa!. Was soll’s? Muss ja auch mal sein.

warum ich dieses dann später sogar nur noch leichtbekleidet tat, kann ich nur mit „mir doch egal“ und gewissem Alkoholkonsum erklären….