Mataina Ah Wie Süß – Berlin

Stars & Sternchen V – Mataina ah wie süß

mataina1.JPG

Eine ganze Weile habe ich mit meiner kleinen Liste der Stars und Sternchen der Dragszene pausiert, da es immer mehr als genug zu schreiben gab. Trotzdem muss es in der Liste endlich einmal weitergehen un zwar dieses Mal eindeutig eher mit einem Star als einem Sternchen – zumindest in Berlin.

Die Dame, die wohl bisher mit den meisten verschiedenen Namen auf irgendwelchen Flyern stand.

Damit meine ich jetzt keine Person, die ständig ihren Namen ändern würde oder über massig Pseudonyme verfügen würde, nein Ihr Name ist einfach etwas ungewöhnlich und somit wohl für die meisten Flyerproduzierer schwer zu begreifen. Ihren Namen habe ich schon als Mataina, Martina, Mantaina, Marteina, Martyna, Matina und in X anderen Versionen gesehen hab. Und wem diese Vornamensverwirrung nicht ausreicht, der kann beim Nachnamen weitermachen, der in Deutschland Ah wie Süß heißt und, wenn sie mal wieder mit Melli Magic als die zwei Transen von Mykonos unterwegs ist, mal eben in Vagina umgeändert wird. Es bleibt aber dabei, dass sie in Deutschland nur einen Namen hat und der heißt Mataina ah wie Süß.

mataina2.JPG

Nun hat Berlin massenweise großartige Drag Queens, aber viele von ihnen sind weder Fisch noch Fleisch. Damit meine ich natürlich nicht geschmackliche oder geschmäcklerische Qualitäten sondern Können und Möglichkeiten. Viele berliner Drags stehen zwar ständig auf irgendwelchen Flyern und sind somit in Berlin ständig präsent. Jedoch sehr oft eher hinter sich drehenden CD-Tellern als auf den Bühnen, die in Berlin eigentlich die Travestiewelt bedeuten sollten.

Bei Mataina Ah Wie Süß ist das irgendwie andersherum. Natürlich kann sie auflegen und tut das auch ab und an, aber ihre großen Qualitäten liegen auf der Bühne. Wenn es ein „Prädikat Wandalbar“ für Drag Queen Kunst geben sollte, dass würde ihn wohl Mataina ah wie Süß erhalten. Rot, Weiss, Blau, Schwarz, Braun, Blond, Wasserstoff und das ganze in Unzähligen Schnitten. Mataina muss eine Perückenkollektion ihr eigen nennen, auf die manch ein Perückenshop neidisch blicken dürfte – und sie zeigt diese in immer neuen Bühnenpersönlichkeiten. Doch braucht jede ihrer Kurzzeitpersönlichkeiten auch das dazugehörige Lied. Oftmals kramt Mataina Lieder aus irgendeiner Plattenkiste, von denen man zu lebtags noch nie etwas gehört hat. All das zusammen passt aber immer hervorragend und erhält zumeist den verdienten Applaus.

mataina4.jpg

Insgesamt scheint das alles (und das ist jetzt positiv gemeint) sehr professionell. Es wirkt oft ein wenig mehr herausgearbeitet, mit ein wenig mehr Gedanken versetzt und mit ein wenig mehr Vorbereitung als andere Drag-Performances, die ich in den letzten Jahren gesehen habe.

Normalerweise ist in der Dragszene ja folgendes der Fall: In Deutschland ein Star, in Berlin ein nix… Das gilt im Übrigen auch andersherum. Wirklich aus Berlin nennenswert herauskommen schaffen nur ganz wenige. Mataina ah wie Süß hat das mit einem Auftritt in RTL Frauentausch geschafft in der sie der gezeigten Fake Transen-WG mit Angie Price und Christel Cokes vorstand und die Tauschmutter bewirtete, betreute und nach allen Kommentaren, die ich im Internet so finden konnte, extrem gut angekommen ist. Beste Werbung für Transen, Drags und natürlich für Mataina selber.

frauentausch.jpg

Aber nicht nur bei den Frauentausch-Sehern kommt Mataina ah wie Süß gut an, sondern eigentlich bei allen. Wenn man sich mit vielen Leuten unterhält gibt es wenige Personen, bei denen sich alle einig sind. Wenn man sich mit 10 unterschiedlichen Personen über irgendeine Drag unterhält wird es normalerweise inner welche geben, die sie klasse finden, wenige, der sie total egal sind und einige, die sie nicht mögen. Letztendlich gibt es denn auch immer noch mindestens eine Person, die sie auf den Tod nicht ausstehen kann. Mataina ah wie süß mögen alle. Ich habe ungelogen, sonst würde ich es nicht schreiben, nicht ein negatives Wort über Mataina vernommen.

mataina3.JPG

Auch mir würde keines einfallen. Sie ist großartig, wandelbar, sympathisch und hat uns schon mehrfach (frei nach ihrem Wahlspruch Travestie zahlt nie) mit einem Eintrag auf der Gästeliste freien Eintritt ins Bangaluu beschert. Danke dafür und für viele tolle Shows.

Alle Beiträge mit Mataina finden sich, welche Wunder unter dem Tag: Mataina Ah wie Süß

Tatjana solo

wer es verpasst oder verschlafen hat, wer einfach keine Lust hatte oder zumindest jetzt neugierig geworden ist, was Tatjana solo so gebracht hat, der sollte mal auf ihr Myspace Profil schauen. Dort findet sich zum eine das folgende kleine Video aber eben noch mehr…

Schlimme Lieder aber viel Applaus.

Achja und am 22.12. gibt es noch einmal die Möglichkeit, Tatjana live zu sehen.

[myspace]http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&VideoID=24230275[/myspace]

Mary Morgan

Mary Morgan
Es gibt eine ganze Menge Sternchen unter dem Himmel, daneben gibt es ein Paar Stars…

Ausserdem wenige Sonnen, denen man uneingeschränkt eine Ausnahmestellung zuschreiben kann. Mary Morgan alias Georg Preusse ist solch eine Sonne und gastiert ab heute mit ihrem Bühnenprogramm „Mary Christmas“ in Berlin.

Vermutlich wird es auch hier Personen geben, die mit Mary nichts anfangen können oder sie gar schlecht finden, allerdings hat sie etwas geschafft, dass ihr so schnell niemand nachmacht. Sie hat Travestie salonfähig gemacht. Ab heute wird Mary siebenundvierzig mal im Admiralspalast auftreten, vermutlich ebenso oft die 1.750 Plätze ausverkaufen und das Publikum begeistern. Nur mal kurz zur Kennung nehmen: Das wären dann 82.250 Personen, die sich eine Travestieshow ansehen.

Zum Vergleich: Der absolute Comedy Gigant Mario Barth versucht gerade das Olympiastadion mit seiner Show vollzubekommen… Das ist zwar riesig, fasst aber „gerade mal“ 74.000 Personen also nocheinmal über 6.000 Personen weniger als Mary Morgan am ende bewundert haben werden. Das ist auch das große Leistung, die Mary geschafft hat: Sie wird bewundert und sie ist der Grund, warum Travestie im Deutschsprachigen Raum nicht der Makel der Rotlichtbezirke sondern stattdessen Glanz und Glamour anhaftet.

Ich habe neulich mit einem Mädel aus Großbritannien gechattet und dort ist Travestie verpöhnt – hier nicht. Hier gibt es seit etwa 32 Jahren Mary Morgan.

Ja genau 32!! Jahre. Schon 1975 fing sie ihre professionelle Travestiekarriere an, also noch bevor ich überhaupt geboren war. Komisch eigentlich, dass es seither keine Person gibt, die sich anschickt, in ihre Fußstapfen zu treten, ich meine, auch wenn man es ihr absolut nicht ansieht, Mary ist mittlerweile in einem Alter, in dem andere Menschen in Frührente gehen.

Das wird sie allerdings hoffentlich noch ein wenig aufschieben und weiterhin mit Zoten, frecher Schnauze und unglaublich viel Glamour auf der Bühne stehen.

btw. kommt irgendwer mit zur Show?…

Wigstöckel im SO36

Ich hatte einiges über Wigstöckel gelesen und dachte mir, dass ich es nun auch einmal besuchen sollte. Immerhin hatten wir vor Kay Ray’s Latenight noch etwas Zeit und das SO36 liegt ja gerade mal knapp 350 Meter von meiner Wohnung entfernt. Die anderen Mädels hatten keine Lust oder konnten noch nicht, also fuhren Sheila und ich eben alleine dorthin.

Erstaunlicherweise waren wir beide wie verabredet um 22:30 vollkommen fertig gestyled und kaum später, nachdem sich direkt vor uns eine Parkplatz ebenso direkt vorm SO36 auftat. Bevor wir aber erfuhren, was Wigstöckel genau ist, mussten wir ersteinmal an der Kasse vorbei….

Dieses war aber nicht so einfach, denn hinter der Kasse saß irgendetwas zwischen einem Teddybär und Darth Vader. Es sah nicht nur so aus, es bewegte sich auch mit der gleichen Geschwindigkeit und brachte eine ganze Weile, um unser Geld entgegenzunehmen und uns das Wechselgeld zurückzugeben.

Egal, denn nun waren wir im SO36 und schauten uns um… Das SO36 ist ein typischer mittelgroßer Liveschuppen, etwa 2/3 gefüllt mit !! sitzenden !! Menschen jeglicher Coleur. …Sitzen? Auf einem Festival? Na ich weiss nicht. Egal wir stöckelten nach vorne und blieben rechts der Bühne um mal zu sehen, was und dieses Festival so bringt.

imgp0009.JPG

Komische Leute – erstens eine Transsexuelle oder Lesbe oder sonstetwas, die uns zu feschen Beats eine Lebensgeschichte erzählte. Sicherlich ein interessanter Vortrag aber eben doch nicht ganz mein Fall. Ich muss allerdings gestehen, dass ich dieses Gefühl auch bei anderen Darbietungen hatte. Ein Rapper, dessen Sprechgesang ich nicht verstehen konnte blieb für mich ebenso fern, wie ein ausländischer Punker mit grünen Haaren.

imgp0015.JPG

Vermutlich liegt dieses aber auch einfach an meinem mainstreamigen Geschmack, dass mit komischen Einflüssen eben nicht ganz zurechtkommt. Einfacher war meinem Gehirn bekanntes beizubringen. So beispielsweise Tatjanas Darbietung, die eben Travestie wie bereits bekannt war. Gut und eben nicht mit irgendeinem hochtrabenden künstlerischen Ansatz, wie andere der Darbietungen und somit für mich greifbar und verständlich.

imgp0006.JPG

Das Ganze wurde übrigens von Kae Tearing und Prinzessin Hans moderiert. Auch wenn ich sie persönlich nicht kenne, dann muss ich aber zugeben, dass mir die Figur Prinzessin Hans irgendwie suspekt ist. Ein bärtiger, geschminkter Mann ohne Perücke im Abendkleid. Ja ich gebe zu, dass ich auch nicht von Vorurteilen gefeit bin. Vermutlich ist das einfach dieses scheiß Schubladendenken, dem ich mich ja immer gerne entgegenstelle.

imgp0001.JPG

Sorry, auch ich habe Schubladen im Kopf und irgendwie passt das nicht in meine (ureigene) Definition von Transgender. Also nichts gegen Prinzessin Hans persönlich aber irgendwie finde ich das passt nicht.

Da es dann irgendwann zeitlich ziemlich weit vorgerückt war und wir von Kae ja noch zu Kay wollten, verliessen wir Wigstöckel um bekanntere Gefilde zu besuchen.