Transen Bilder von Egon Rathke

Egon Rathke Bilder in der Berliner Aidshilfe

egon rathke

Kurz vor Weihnachten war ich im Rahmen einer Spenden-Aktion, an der ich mich ein wenig beteiligte im Gebäude der Berliner Aidshilfe. Eigentlich müsste für solch eine Aktion nicht Weihnachten sein, aber da sammelt es sich eben doch leichter.

Egal, in den Räumen der Aidshilfe fielen mir diverse Transen Bilder an den Wänden auf, bei denen es sich nach näherer Nachfrage um eine Dauerausstellung des berliner Malers Egon Rathke handelt.

transen bilder

Dabei sind die Bilder nicht geschönt sondern zeigen ganz klar die Transvestiten, die Tunte, die Dragqueen in der für sie ureigenen Schönheiten oder eben gerade Nicht-Schönheiten.

Dabei habe ich mich gerade bei der heutigen Dr. Sketchy Einladung gefragt, was wohl wäre, wenn dort mal eine Drag Queen angefragt würde, für die Dr Sketchy Zeichner Model zu stehen, ich denke es dürfte ziemlich schwer sein, einen Mann zu zeichnen, der eben gerade wenigstmöglich den Mann verkörpert.

transen-bilder

Eben keine Frau zu malen sondern bei einer Drag das vielelict doch noch leicht sichtbar Männliche herauszuarbeiten und sie doch eben echt zu malen und eben nicht “runtermalen” oder gar lächerlich machen. Schwer und für viele Zeichner sicher unmöglich. Egon Rathke zeigt ganz klar auf diesen Bildern keine Frauen sondern eben die gedressten Männer – und das ist eben nicht immer schön.

Soweit ich weiss handelt es sich bei diesen Bildern übrigens um tatsächlich Berliner Persönlichkeiten.

egon rathke transvestiten bilder

ich bin ne Tucke

Ich bin ne Tucke sagt zumindest der mer oder weniger offizielle Tuckentest bei Mediakai.de, der heute gepostet wurde…

Mit 121 Punkten bekam ich folgendes Ergebnis:

101 bis 200 Punkte
Huch… du bist ja wirklich ein Prachtstück eine Tucke. Pass aber auf, dass du nicht mit deinem ganzen Tam-Tam, den anderen Leuten auf den Wecker gehst, denn das kann sehr schnell passieren.
Aber bei den anderen Tucken wirst du rasch in deren Kreis aufgenommen werden, falls du es noch nicht bist.

tunteSoso, mal wieder etwas gelernt. Ich bin also eine Tucke, genaugenommen ein Prachtstück einer Tucke, ich sei aber noch nicht Tuntig genug für eine Tunte…. Äääh und was sagt mir das jetzt so genau?

Keine Ahnung in der Definition dieser Begriffe bin ich nicht so gut. Doch soll in solchen Fragen ja Wikipedia hilfreich sein und dort lese ich folgendes: Tucke ist: * ein Synonym für Tunte * ein norddeutscher Ausdruck für Schwimmer (Pose)…

Nun bin ich kein bisschen schlauer. Für Wikipedia ist eine Tucke also eine Tunte und ich bin vermutlich ein norddeutscher Schwimmer.

Sei es drum, der Test ist witzig, kann man mal mitmachen.

Bild in CC by jÖrg

Film: Mein Vater die Tunte

Betroffenheits-Birdgace

Mein Vater die Tunte

manchmal schaue ich ja doch fernsehen oder durchstöbere die Zitty nach interessanten Sendungen, oder zumindest nach Filmen, die sich interessant anhören. Neulich bin ich dabei auf einen Film gestoßen, der “Mein Vater die Tunte” heisst. Die Beschreibung schien mir dabei irgendwie bekannt zu sein und offensichtlich schien es ein Film zu sein, den man nicht unbedingt LIVE schauen müsste, den man aber in langweiligen Stunden mal in den DVD Player schieben könnte.

Folglich schmiss ich den Online Videorecorder an und liess ihn einfach einmal aufnehmen. (Die neuen Techniken sind toll).

Tja, was soll ich sagen. “Mein Vater die Tunte” ist ein großer Schuss “ein Käfig Voller Narren” mit einer großen Prise “The Birdcage” garniert. Dazu ein wenig “Noch ein käfig voller Narren” und schlussendlich noch ein Löffelchen “Ein Käfig voller Narren – Jetzt wird geheiratet.

Aber das ist doch alles das Gleiche. Nur ist das eine das Remake vom anderen und der Rest ein Remake des Remakes des remakses und so weiter.

werdet ihr nun sagen. Und damit habt ihr Recht… Selten einen Film gesehen, der so schamlos abkupfert.

Warum man unbedingt von der sehr guten Kopie eines großartigen Originals und den diversen Adaptionen einen nicht annähernd guten weiteren Film machen muss, erschliesst sich mir nicht wirklich, zumal wenn die Fusstapfen derart groß und die Füsse beispielsweise einem Robbin Williams, einem Gene Hackman, gehören und die Vorgänger golden Globes und Oskar Nominierungen mitbekommen haben.


Ein Käfig voller Narren

Warum man darüberhinaus dann nicht wenigstens dem Original insofern Tribut zollt, dass man den Plot direkt übernimmt, sondern versucht, sich davon abzugrenzen weiss ich ebenfalls nicht und warum letztendlich dann auch noch der Schuss Betroffenheits-Filmemacherei in einem von Klischees überströmenden Film sein musste??? Ich weiss es nicht.


The Birdcage

So ist eine very-light betroffenheits-Birdcage Version herausgekommen, die bei den Golden Globes nichts zu suchen hat und mit Sicherheit auch beim deutschen Filmpreis abblitzen würde. Es ist eben kein großes Kino, sondern nur ein Sat1 Sommermovie…. Immerhin, Sat1 sprichtvon einem “Film der Extraklasse”

Vorhang auf für einen Film der Extraklasse! In einer turbulenten Story um die Annäherung eines schwulen Vaters an seinen Sohn tummeln sich ausnahmslos glänzende Darsteller im bunten Tuntenmilieu: An vorderster Front Jungstar Matthias Schweighöfer und – als Tuntenpaar eine Sensation – Jan Gregor Kremp und Pasquale Aleardi. Zusätzliches Knallbonbon: Walter Giller als melancholische Alt-Tunte. Absolut sehenswert!

Also, man kann ihn sich anschauen, wenn man gerade langeweile hat :)

Grand Prix Eurovision de la Wigstöckel

Verschiedenste Sprachen beim Wigstöckel Council
kroatia.jpg

Wochenende – genaugenommen Samstag! Zeit, loszuziehen und die Partys dieser Stadt zu besuchen. Meine Partyplanerin Sheila hat dafür drei Partys an diesem Abend herausgesucht und an zeitlich erster Stelle stand das Wigstöckel Council im SO36, dass unter dem Namen Glamour without Borders stattfand.

spicy-1.jpg

Genaugenommen wunderte mich etwas, dass wir dorthin wollten, denn ehrlichgesagt hatte mich Wigstöckel im letzten Jahr nicht wirklich begeistert. Dazu konnte ich mir kaum vorstellen, dass eine Veranstaltung an einem ersten Samstag im Monat, also zeitgleich mit dem Klub International überhaupt Zuschauer finden würde… Aber Wigstöckel ist da anders, hat anders Klientel und andere Performer.

[googlevideo]http://video.google.de/videoplay?docid=2447085955191062306[/googlevideo]

Doch bevor wir dort ankommen konnten mussten erstmal diverse Probleme gelöst werden…

Problem Nr. 1
Mein Portemonnaie war weg – nicht auffindbar – futsch – irgendwo, wo es nicht hätte sein sollen… Nur wo? Auch nach über einer Viertelstunde Suchen (während Sheila vorm Haus im Auto wartete und sich langweilte) wollte es sich nicht auffinden lassen… Dabei hatte ich doch gerade noch Geld geholt, das Geld auch ins Portemonnaie gesteckt und bin weit weg jeglicher Menschen nach Hause gefahren… Dort war ich nun – mein Portemonnaie allerdings irgendwie nicht… Es fand sich dnn unterm Sitz im Auto und wir konnten endlich los..

Wenige Minuten später kamen wir etwa 50 Meter vom SO36 an und wir hatten mit

Problem Nr. 2
zu kämpfen. Sheila riss das Riemchen an ihren Billigschuhen… Nix zu machen, und für Mules waren die Pumps dann doch nicht ausgelegt. Laufen war also eher unmöglich. Schlecht zu Beginn eines Abends. Sicherheitsnadeln konnten eine Lösung sein… Die finden sich in meinem Bad… Also wieder einsteigen und zu mir fahren. Das Wigstöckel Council kann auf uns warten. Zwei mal wenige Minuten später gab es dann

queen.jpg

Problem Nr. 3
…der Parkplatz. unser großartiger Parkplatz war natürlich weg und weit und breit war kein Parkplatz nichteinmal für einen Mini zu sehen… Irgendwann fuhr dann glücklicherweise jemand weg… direkt gegenüber vom SO36. Besser geht es wirklich nicht. Aber nun war noch

Problem Nr. 4
zu lösen. Die Kasse… Eintritt? Wir? Stehen wir nicht auf der Gästeliste. Bestimmt. Immerhin müssen wir berichten, filmen und Fotos machen. Sheila schaffte es mal wieder und ich bin immer erstaunt, wie sie es immer wieder schafft, für kostenfreien Eintritt zu sorgen. Und Ja! das musste wirklich mal erwähnt werden.

kaey.jpg

Geld war also da, die Schuhe gangbar und wir waren drin. Das bedeutete jedoch noch nicht, dass man etwas sehen konnte, denn das SO36 war rappelvoll und es war wieder eine Sitzparty. !!Bänke!! Na ich weiss nicht. Nun durchquatschen ist Sheilas Paradedisziplin, meine ist Durchdrängeln und so landeten wir irgendwann in der ersten Reihe um der Show aus nächster Nähe beizuwohnen können… Und diese Show – auch das muss mal gesagt werden – war besser als erwartet.

spicy2.jpg

Wir kamen gerade noch rechtzeitig vorne an um die Show von Chou Chou de Briquette zu verfolgen… Chou Chou de Briquette ist ein Name, der in Berlin einen fast andächtigen Klang hat. Okay, ich übertreibe vielleicht, aber den Namen kennt wohl fast jede in Berlin, obwohl Chou Chou kaum mehr ins Rampenlicht geht. (ich zumindest sah sie bislang noch nicht). Sie stammt noch aus einer Zeit, die wohl kaum mit “der guten alten Zeit” zu betiteln ist, als Transe noch Tunte hieß und dieses eigentlich zwangsläufig eine politische Aussage hatte. Die Damen also, die im Großen und ganzen dafür gesorgt haben, dass man heute einfach Party machen kann und sich um die Politik drumherum wenig Gedanken machen muss. Unpolitische Transen – ob das besser ist, darüber lässt sich sicher streiten – ich für mich selber sage aber ja! Ich habe den Namen Chou Chou de Briquette erstmalig in Julia Ostertags großartigem Film Gender X gehört.

[googlevideo]http://video.google.de/videoplay?docid=-7491928257605094789[/googlevideo]

Auf der Bühne brachte sie eine Nummer von Milva, die nicht sonderlich bemerkenswert war, und den meisten Witz dadurch versprühte, dass die Gurken der Gurkenmaske, die sie sich auftrug als sie vom Sonntagsgesicht sang, nicht wirklich klebten. Trotzdem muss sie eine Person sein, die viel zu erzählen hätte. Spannend.

drno.jpg

Gefolgt wurde ihr Beitrag von einer Spoken Words Number von Dr. No… Es ging um Flowers und dazu war er in bester Hawaiihemden-Fashionkultur gekleidet… Ich konnte damit nichts anfangen, aber wer bin ich schon, mir darüber eine Meinung zu bilden. Sehr skurill war es auf jeden Fall und – anders.. Aber das ist wohl Wigstöckel..

[vimeo]http://www.vimeo.com/974932[/vimeo]

Ich bin dann aber doch eher für die klassische Dragnummer zu haben und da passt einfach Kaspar Kamäleon besser in das Raster. Irgendwas glamrockiges live gesungenes…. Nun ist live singen nicht immer die beste Wahl in Dragkreisen, aber Kaey Tearing kann das auf jeden Fall.

[googlevideo]http://video.google.de/videoplay?docid=8702109325022477727[/googlevideo]

Mit ihren drei Mitstreitern trat sie nämlich in der Folge unter dem Namen “drei Engel für Kaey” auf… Es hörte sich besser an, als meine Kamera in der Lage ist wiederzugeben… Ich hätte mich einfach nicht direkt vor die Bassbox stellen sollen…

Weiter ging es mit einem kleinen Mädel, dass zwar sehr süß aussah, deren Gesangeskünste mir eindeutig zu lange dauerten. Sorry, aber das war nix.

[googlevideo]http://video.google.de/videoplay?docid=-8997767908223823917[/googlevideo]

Spannender wurde es danach. Der Auftritt eines Drag Kings, der wiederum einen Mann spielte, der eine Frau spielte… Genaugenommen ging es um I Want to Break free von Queen und er stellte so Freddie Mercury dar und saugte wie es sich für das Video gehörte die Bühne… …Respekt muss ich sagen. Denn wenn ich ehrlich bin, dann war es das erste Mal, dass ich eine Drag King Performance sah, die mit Ironie spielte und Witz hatte. Zumeist sind Drag King Performances leider darauf angelegt zu zeigen, was für ein toller Kerl da gerade auf der Bühne steht. Das war eine schöne Abwechslung.

[googlevideo]http://video.google.de/videoplay?docid=-4513243905635654559[/googlevideo]

Es folgte eine Whitney Houston Nummer. “Whitney Houston?” wird der Kenner der Berliner Transenszene fragen? Melli Magic auf Wigstöckel? Nein. Das ist zwar ihr Revier, aber Wigstöckel ist weit genug weg von der Berliner Glatransenszene um, auch andere Reviere betreten zu können. Das ganze war weniger Glamourös als Melli aber dafür mit mehr Accessoires auf der Bühne. Durchaus sehenswert.

[vimeo]http://www.vimeo.com/979777[/vimeo]

Sehr sehenswert blieb es dann auch mit einer slowenischen Transsexuellen, die dementsprechend auch auf kroatisch sang und und ziemlich professionell performte. Das hatte etwas von Grand Prix Stimmung: Slowenien 10 Points. Sehr gut, klasse anzuschauen. Die eindeutig sehenswerteste Performance auf der Veranstaltung. Gelernt ist gelernt. Nicht umsonst konnte :Mataina Ah Wie Süß: uns informieren, dass sie mit ihr schon auf Mykonos aufgetreten ist.

dragking2.jpg

Es folgte noch ein Französischer Dragking, der dann doch wieder das Ideal des typischen Kerls entsprochen hat und eine ziemlich durchgeknallte Performance der Spicy tigers on Speed….

Insgesamt kann ich sagen, dass ich das Wigstöckel Council viel besser fand als gedacht, aber Kaey hatte in ihrer Abschlussmoderation schon recht, dass irgendwie das Glamour des Veranstaltungsnamens irgendwie fehlte.