Bundestagswahl: auf ein Wort

Okay, wir hatten heute aso eine Bundestagswahl und auch wenn Gloria Viagra die Meinung vertritt, dass Wahlen nichts ändern oder ansonsten verboten wären, sehe ich das etwas anders. Diese Wahl wird etwas ändern – und zwar nicht zum Guten. Ich für meine Meinung kann nicht verstehen, wer zum Teufel Schwarz Gelb wirklich will und ich denke, die meisten werden diese Wahl noch arg betrauern. Zu doof. Also die Wähler UND die Situation.

100_0076

Ich hätte mir gewünscht, es würde mehr Wähler geben, die taktisch wählen und nicht dem schwarz/gelben Lager zuzurechnen sind. Mein Wunsch zur Wahl schrieb ich heute auf Facebook..

taktisch wählen: ersttimme spd, zweitstimme grün. durch wenig prozente aber einen hohen Erstimmenanteil der SPD die Chance auf Überhangmandate geben, der CDU dieses nehmen. Generell ein Zeichen gegen Schwarz/Gelb setzen und selbst bei Rot/Schwarz auf eine starke Opposition setzen.

So geschehen wäre ein Schuh draus geworden, denn dummerweise drei Parteien mitte Links stritten sich als Direktkandidaten um die Plätze und sorgten a) für Direktmandate der CDU und b) für fehlende Direktmandate der SPD.

100_0083

Beispiel Hamburg:

Die 6 Direktmandate sind zur Hälfte an die SPD gegangen, 2,01 stehen ihr aufgrund der Zweitstimmen zu. Einstand! Würden die Wähler ein Zweistimmensplitting machen und hätten beispielsweise die Grünen Wähler die Erstimme der SPD gegebe – so hätte drei SPD alle 6 Direktmandate gewonnen. Hätten im Gegenzug auch noch ein Paar SPD-Wähler dei Zweitstimme den Grünen gegeben, wären alleine aus Hamburg vier nicht schwarz-gelbe Abgeordnete mehr in den Bundestag eingezogen. (vier Direktmandate)

Genauso hätten auch die 10 Überhangmandate in Nordrhein Westfalen Verhindert werden könne und auch dort nicht-schwarz-gelbe Überhangmandate herstellen können. In diesem Fall wäre die Wahl übrigens anders ausgegangen….

100_0105

Genaugenommen hat der SPD Wähler, der mit der Zweitstimme SPD gewählt hat ihr geschadet, ebenso wie der Grüne wähler, der mit der Erststimme einen Grünen gewählt hat, seiner Partei geschadet hat. Schade also, dass nicht mer Wähler taktisch wählen…

Was bedeutet die Wahl nun?

Die Kanzlerin bleibt Kanzlerin.
Die SPD hat ein großes Problem
Die Grünen haben einen Parteivorsitzenden, der nicht im Bundestag sitzt
Wir haben in Kürze einen schwulen Aussenminister und ich bin gespannt, wie er sich verhält, wenn er einen Staatsbesuch in einem Land hat, in dem Homosexualität mit dem tode bestraft wird

Ich gehe ausserdem fast jede Wette ein, dass der nächste SPD Kanzlerkandidat Klaus Wowereitheisst und
Ich gehe ebenfalls Wetten ein, dass er der nächste Kanzler sein wird

Vielleicht schaffen es die Grünen bis dahin ja auch, den charsimatischten Grünen, Cem Özdemir als Spitzenkandidaten aufzubieten. Ich glaube mir Wowereit / Özdemir wäre auch rot-grün möglich.

Das Kanzlerduell

Ich bin sicher keine Polit-Transe aber durchaus politisch interessiert und bewandert und mit einer relativ klaren Parteilichkeit, die der ein oder andere sicher auch schon erraten hat… Ich könnte auch sagen: Ich wohne nicht umsonst in Berlin Kreuzberg.

Nun ist ja gerade der Wahlkampf in vollem Gange, was man auch am Schilderwald an den Strassen erkennen kann, den ich gerne beobachte. Wann steht welches Plakat wo, welche sind mit Spraydosen verschönert worden und wo stehen Plakate vollkommen undsinnig herum. Ausserdem findet man anhand der Plakate Koalitionsmöglichkeiten, die man vorher noch garnicht kannte. Genaugenommen muss ich Sheilas Aussage, dass die Wahlwerbung langweilig sei, doch ziemlich widersprechen.

strobele

Schon als sie diesen Eintrag schrieb musste ich gedanklich widersprechen, hatte ich doch gerade vier Tage vorher obiges Wahlplakat von Hans-Christian Ströbele mit den Worten “So muss ein Wahlplakat aussehen” getwitpic’t. Eines der Coolsten Wahlplakate, die ich je gesehen habe und Ströbele ist wohl der einzige Politiker, dem ich solch ein Plakat zugestehe. Ausserdem steht es direkt vor meiner Wohnung.

Und die steht wie gesagt in Kreuzberg und neben Grün steht eines fest: Kreuzberg ist rot. Zu sehen ist das ebenfalls an den Wahlplakaten, die FDP und die CDU sind hier kaum zu sehen, stattdessen tauchen hier Wahlplakate von Parteien auf, die man schon lange für ausgestorben hält, wie beispielsweise die DKP. So gibt es hier beispielsweise Laternenpfähle, die extrem rot eingefärbt werden. Dabei zeigt sich offensichtlich, je höher, desto linker.

dkp-linke-spd-wahlplakatganz links (DKP)
sehr links (Die Linke)
etwas links (SPD)

Eines der ganz wenigen FDP-Wahlplakate hat mich dann aber auch noch überzeugt, dass FDP-Linke vielleicht doch gar keine so vollkommen ausgeschlossene Koalitionsoption ist, auch wenn alle das natürlich sofort verneinen würden, wollen sowohl die Linke als auch die FDP doch eigentlich das gleiche: einen Fairen Lohn für faire Arbeit. Da sollten sich der Herr Westerwelle und der Herr Lafontaine mal über einen Zusammenarbeit unterhalten… Wobei ich glaube, dass die das doch irgendwie wieder anders meinen, als es da steht…

2-arbeit-muss-sich-lohnenEigentlich wollen beide das selbe

Überhaupt macht es Spaß mal zu schauen, was die Linke so möchte und da kommt erstaunliches zu Tage. Die will nämlich eigentlich genau das Gegenteil, was man von ihr erwartet. Genaugenommen ist die Linke die einzige Partei, die für allumfassende Steuererhöhungen für Jedermann eintritt. Das tut sie allerdings ziemlich smart und clever und nicht wirklich auf einem Plakat, man muss hier schon zwei zusammen nehmen. Zum einen fordert die Partei “Reichtum für alle” um ein paar Laternenpfähle später “reichtum versteuern” zu verlangen. …Man braucht Reichtum nur etwas anders definieren und wumms. Steuererhöhungen für alle :)

1-reichtum-fur-alle-reichtum-besteuernReichtum für alle und Reichtum besteuern
ergo
mehr Steuern für alle

Aber in einem muss ich Sheila recht geben, die Slogans für sich genommen sind nicht wirklich spannend. Interessant wird es allerdings dann doch. So zum Beispiel beim einzig wahren Kanzlerduell. Dem Steinmeier nimmt ja sowieso niemand den Kanzler ab. Anders ist das bei Helga Zepp-LaRouge. Sie ist Kanzlerkandidatin und tritt gegen Angela Merkel, die amptierende Kanzlerin an. Die hat zwar frei nach Starwars die Macht äääh Kraft. Frau Zepp-LaRouge allrings hat das Patentrezept. Wofür genau sie allerdings die Kraft und das Patentrezept haben, dass erzählen sie nicht so recht.

3-wir-haben-die-kraftKanzlerduell: Kraft gegen Patentrezept

Aber ganz ehrlich, Angela Merkel ist wirklich keine weitere Amtszeit zuzumuten, wenn man sieht, was sie seither durchgemacht hat. Nun hatte Angela Merkel ja noch nie Chancen bei Deutschland sucht das Supermodel oder wie die Show noch heisst, aber in Hamburg ist ein Wahlplakat aufgetaucht, dass wirklich von ihrem derzeitigen Zustand berichtet. Vermutlich lässt sich durch das Wahlplakat, dass ich beio Matt Wagner gefunden habe auch erklären, warum sie in diesem Wahlkampf eigentlich überhauptnicht auftaucht. Mal sehen ob sie ihre maskenbildnerinnen zum morgigen kanzlerduell wieder herrichten können…

cdu_bundeskanzlerin_kommt_2-751456

by Matt Wagner

Interessant sind sie, die Wahlplakate, aber irgendwie helfen die Wahlplakate bei der Wahlentscheidung nicht wirklich weiter. Braucht man am ende eben doch wieder den Wahlomat zur Hilfe.

NPD zu Schwulen, Lesben und Transen

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich das Folgende Video der NPD aus 2007 tatsächlich posten sollte, weil ich damit ja letztendlich immer noch auch Werbung für die NPD mache, obwohl ich darauf nun wirklich am allerletzten Wert lege. Trotzdem haben wir in diesem Jahr noch einige Wahlen, wie eben auch die Landtagswahl in Sachsen….

Und genau das ist das Bundesland, wo Herr Jürgen Gansel im Landtag sitzt bzw. ab und an stehen darf und seine wirklich kruden Parolen in die Welt setzen kann. Die richten sich dann gegen Juden, Neger, Moslems achja und in diesem Falle eben gegen Schwule, Lesben und selbstverständlich auch gegen Transen.

Wenn es nicht so wtzig wäre, wäre es ja so traurig, was Herr Jürgen Gansel als NPD-Landtagsabgeordneter so abseiern kann, aber ich empfinde dieses Kleine Video mit dem Thema “Keine Gleichstellung von Schwulen und Lesben” tatsächlich mehr als Realsatire und lächerlich, als in irgendeiner Weise ernstzunehmen. Dummerweise hat die NPD damals 9,2 % bekommen und so bekommt er tatsächlich mehrfach die Gelegenheit dazu…. Im Moment liegt die NPD bei Meinungsumfragen bei 5 % und ich denke 5,01 % wäre das beste Ergebnis….

Dann sitzen die typen mit der kleinst möglichen Besetzung und mit den niedrichstmöglichen Möglichkeiten im Landtag und man kann trotzdem zeiten, was sie eben “nicht” getan haben. Ansonsten zeigt sich ja leider immer, dass rechtsextreme Parteien nachdem sie nicht im Landtag waren, mit einem umso höheren Prozentsatz einsteigen und dann werden sie immer wirklich lästig. Trotzdem schaut einmal dieses Video, betrachtet es als Realsatire, denkt Euch Euren Teil und geht zur Wahl.

Hamburg: In schwarz – grün gewählt

Heute habe ich zwei Dinge gelernt:

1. um meine Glaubwürdigkeit ist es nicht so gut bestellt, wie ich dachte.
2. manche Leute finden Transen immer noch verwirrend

aber der Reihe nach.

Meine Glaubwürdigkeit scheint darnieder zu liegen, denn als ich mich heute morgn um kurz vor 6 nach einer großartigen Boheme Sauvage von Janka und Sheila mit den Worten:

Ich fahre jetzt nach Hamburg – wählen

verabschiedete, haben mir die beiden doch glatt nicht geglaubt. Dabei hatte ich doch angekündigt, wählen gehen zu wollen und ausserdem hatte ich ja auch schon gezeigt, dass es mir wenig ausmacht zu Zeiten, zu denen andere Schlafen die Autobahn Hamburg <-> Berlin zu befahren. Insofern war ich schon etwas verwundert, als ich in Hamburg im Bett auf mein Handy schaute und Sheila noch einmal nachgefragt hatte, ob das tatsächlich kein Scherz war… war sie etwa auf dem Rückweg an meinem auto vorbeigefahren und sah es nicht?

Mädels, Mädels, ich bin grundsätzlich ehrlich und wenn ich lüge bin ich durchschaubar wie Plexiglas. Achja, und ich bin verrückt genug, für ein Paar Kreuze sowie einen Tisch und einen Kerzenleuchter mal eben nach Hamburg zu fahren.

Kommen wir also zu den Menschen, die Transen offensichtlich noch nicht als selbstverständlich ansehen.

Die ersten beiden Exemplare begegneten uns in Berlin am Hacheschen Markt. Mit markigen Worten und netten Beleidigungen meinten die uns erzählen zu müssen, dass wir zum einen dreckige scheiß Transen sind und zum Zweiten in ihren Augen offensichtlich die biblische Schöpfungslehre nicht verstanden hätten. Es hiesse dort Adam und Eva und nicht Adam und Peter. Im Taumel dieses großartig gefundenen Spruchs musste dieser Satz dann auch noch mehrfach wiederholt werden. Ich bin mir nihct sicher, was an dieser Geschichte ich am bemerkenswertesten fand. Den Umstand, dass diese beiden Idioten die Bibel genaugenommen die Schöpfungsgeschichte kannten, dass ihnen ohne Hilfe ein tatsächlich nicht so übler spruch eingefallen ist oder dass sie trotz fehlenden Gehirns offensichtlich sprechen gelernt haben. Vermutlich war es von allem ein wenig, das mich am meisten verwunderte.

Damit aber nicht genug, denn kaum hatten wir diese beiden Gesellen hinter uns gelassen, sprintete ein weiterer Kerl auf uns zu. Ich hatte die Stöckel schon trittbereit, als wir merkten, dass er uns aber absolut nichts böses wollte. Das war ein armer Brite, der sich offensichtlich in uns verguckt hatte und bedauerlicherweise den Abend mit einer Abfuhr unsererseits beenden musste. Dann fuhren wir ab zu Janka, wo ich, wie bereits oben erwähnt widerum ab nach Hamburg zur Wahl fuhr.

Ich knüppelte mein Auto über die leere Autobahn nach Hamburg und kam wenige Minuten vor acht in Hamburg an.

Aussteigen – Tür aufschliessen – Wahlunterlagen einsammeln – Tür abschliessen – weiterfahren.
Merkt ihr was? In dieser Aufzählung kommen keine Worte wie Abschminken oder Umziehen vor.

Folglich stöckelte Sonntag morgen um 8:07 eine Transe in einem schwarzen Pailettenkleid in das Wahlbüro in Hamburg Rahlstedt um der Bürgerpflicht genüge zu tun und die Hamburger Bürgerschaft zu wählen. Die Wahlhelfer nahmen das gelassen hin, aber die frühaufsteher-Rentner, die sich dort zu dieser sonst ja nachtschlafenden Zeit versammelten, fanden das wohl nicht das normalste auf der Welt und machten ziemlich große Augen als ich hereingestöckelt kam und einen fröhlichen guten Morgen wünschte…

Ich weiss nicht, was sie mehr verwirrte. Die Transe die dort reinstöckelte oder die morgens um kurz nach acht ziemlich ungewöhnliche Arbendgarderobe bestehend aus Pumps, Pailettenkleid und Netzstrümpfen alles in Schwarz… Vermutlich war es auch hier eher das Gesamtensemble.

…Als ich nun also meiner Bürgerpflicht genüge getan hatte und wie erwähnt in schwarz – grün gewählt hatte und somit den vermutlich neuen Hamburgischen Senat vorweg nahm, freute ich mich aber auf Abschminken und lange ausschlafen, bevor ich zum zweiten mal an diesem Sonntag auf die Autobahn Hamburg <-> Berlin fuhr.