Grand Prix Eurovision de la Wigstöckel

Verschiedenste Sprachen beim Wigstöckel Council
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Wochenende – genaugenommen Samstag! Zeit, loszuziehen und die Partys dieser Stadt zu besuchen. Meine Partyplanerin Sheila hat dafür drei Partys an diesem Abend herausgesucht und an zeitlich erster Stelle stand das Wigstöckel Council im SO36, dass unter dem Namen Glamour without Borders stattfand.

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Genaugenommen wunderte mich etwas, dass wir dorthin wollten, denn ehrlichgesagt hatte mich Wigstöckel im letzten Jahr nicht wirklich begeistert. Dazu konnte ich mir kaum vorstellen, dass eine Veranstaltung an einem ersten Samstag im Monat, also zeitgleich mit dem Klub International überhaupt Zuschauer finden würde… Aber Wigstöckel ist da anders, hat anders Klientel und andere Performer.

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Doch bevor wir dort ankommen konnten mussten erstmal diverse Probleme gelöst werden…

Problem Nr. 1
Mein Portemonnaie war weg – nicht auffindbar – futsch – irgendwo, wo es nicht hätte sein sollen… Nur wo? Auch nach über einer Viertelstunde Suchen (während Sheila vorm Haus im Auto wartete und sich langweilte) wollte es sich nicht auffinden lassen… Dabei hatte ich doch gerade noch Geld geholt, das Geld auch ins Portemonnaie gesteckt und bin weit weg jeglicher Menschen nach Hause gefahren… Dort war ich nun – mein Portemonnaie allerdings irgendwie nicht… Es fand sich dnn unterm Sitz im Auto und wir konnten endlich los..

Wenige Minuten später kamen wir etwa 50 Meter vom SO36 an und wir hatten mit

Problem Nr. 2
zu kämpfen. Sheila riss das Riemchen an ihren Billigschuhen… Nix zu machen, und für Mules waren die Pumps dann doch nicht ausgelegt. Laufen war also eher unmöglich. Schlecht zu Beginn eines Abends. Sicherheitsnadeln konnten eine Lösung sein… Die finden sich in meinem Bad… Also wieder einsteigen und zu mir fahren. Das Wigstöckel Council kann auf uns warten. Zwei mal wenige Minuten später gab es dann

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Problem Nr. 3
…der Parkplatz. unser großartiger Parkplatz war natürlich weg und weit und breit war kein Parkplatz nichteinmal für einen Mini zu sehen… Irgendwann fuhr dann glücklicherweise jemand weg… direkt gegenüber vom SO36. Besser geht es wirklich nicht. Aber nun war noch

Problem Nr. 4
zu lösen. Die Kasse… Eintritt? Wir? Stehen wir nicht auf der Gästeliste. Bestimmt. Immerhin müssen wir berichten, filmen und Fotos machen. Sheila schaffte es mal wieder und ich bin immer erstaunt, wie sie es immer wieder schafft, für kostenfreien Eintritt zu sorgen. Und Ja! das musste wirklich mal erwähnt werden.

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Geld war also da, die Schuhe gangbar und wir waren drin. Das bedeutete jedoch noch nicht, dass man etwas sehen konnte, denn das SO36 war rappelvoll und es war wieder eine Sitzparty. !!Bänke!! Na ich weiss nicht. Nun durchquatschen ist Sheilas Paradedisziplin, meine ist Durchdrängeln und so landeten wir irgendwann in der ersten Reihe um der Show aus nächster Nähe beizuwohnen können… Und diese Show – auch das muss mal gesagt werden – war besser als erwartet.

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Wir kamen gerade noch rechtzeitig vorne an um die Show von Chou Chou de Briquette zu verfolgen… Chou Chou de Briquette ist ein Name, der in Berlin einen fast andächtigen Klang hat. Okay, ich übertreibe vielleicht, aber den Namen kennt wohl fast jede in Berlin, obwohl Chou Chou kaum mehr ins Rampenlicht geht. (ich zumindest sah sie bislang noch nicht). Sie stammt noch aus einer Zeit, die wohl kaum mit „der guten alten Zeit“ zu betiteln ist, als Transe noch Tunte hieß und dieses eigentlich zwangsläufig eine politische Aussage hatte. Die Damen also, die im Großen und ganzen dafür gesorgt haben, dass man heute einfach Party machen kann und sich um die Politik drumherum wenig Gedanken machen muss. Unpolitische Transen – ob das besser ist, darüber lässt sich sicher streiten – ich für mich selber sage aber ja! Ich habe den Namen Chou Chou de Briquette erstmalig in Julia Ostertags großartigem Film Gender X gehört.

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Auf der Bühne brachte sie eine Nummer von Milva, die nicht sonderlich bemerkenswert war, und den meisten Witz dadurch versprühte, dass die Gurken der Gurkenmaske, die sie sich auftrug als sie vom Sonntagsgesicht sang, nicht wirklich klebten. Trotzdem muss sie eine Person sein, die viel zu erzählen hätte. Spannend.

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Gefolgt wurde ihr Beitrag von einer Spoken Words Number von Dr. No… Es ging um Flowers und dazu war er in bester Hawaiihemden-Fashionkultur gekleidet… Ich konnte damit nichts anfangen, aber wer bin ich schon, mir darüber eine Meinung zu bilden. Sehr skurill war es auf jeden Fall und – anders.. Aber das ist wohl Wigstöckel..

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Ich bin dann aber doch eher für die klassische Dragnummer zu haben und da passt einfach Kaspar Kamäleon besser in das Raster. Irgendwas glamrockiges live gesungenes…. Nun ist live singen nicht immer die beste Wahl in Dragkreisen, aber Kaey Tearing kann das auf jeden Fall.

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Mit ihren drei Mitstreitern trat sie nämlich in der Folge unter dem Namen „drei Engel für Kaey“ auf… Es hörte sich besser an, als meine Kamera in der Lage ist wiederzugeben… Ich hätte mich einfach nicht direkt vor die Bassbox stellen sollen…

Weiter ging es mit einem kleinen Mädel, dass zwar sehr süß aussah, deren Gesangeskünste mir eindeutig zu lange dauerten. Sorry, aber das war nix.

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Spannender wurde es danach. Der Auftritt eines Drag Kings, der wiederum einen Mann spielte, der eine Frau spielte… Genaugenommen ging es um I Want to Break free von Queen und er stellte so Freddie Mercury dar und saugte wie es sich für das Video gehörte die Bühne… …Respekt muss ich sagen. Denn wenn ich ehrlich bin, dann war es das erste Mal, dass ich eine Drag King Performance sah, die mit Ironie spielte und Witz hatte. Zumeist sind Drag King Performances leider darauf angelegt zu zeigen, was für ein toller Kerl da gerade auf der Bühne steht. Das war eine schöne Abwechslung.

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Es folgte eine Whitney Houston Nummer. „Whitney Houston?“ wird der Kenner der Berliner Transenszene fragen? Melli Magic auf Wigstöckel? Nein. Das ist zwar ihr Revier, aber Wigstöckel ist weit genug weg von der Berliner Glatransenszene um, auch andere Reviere betreten zu können. Das ganze war weniger Glamourös als Melli aber dafür mit mehr Accessoires auf der Bühne. Durchaus sehenswert.

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Sehr sehenswert blieb es dann auch mit einer slowenischen Transsexuellen, die dementsprechend auch auf kroatisch sang und und ziemlich professionell performte. Das hatte etwas von Grand Prix Stimmung: Slowenien 10 Points. Sehr gut, klasse anzuschauen. Die eindeutig sehenswerteste Performance auf der Veranstaltung. Gelernt ist gelernt. Nicht umsonst konnte :Mataina Ah Wie Süß: uns informieren, dass sie mit ihr schon auf Mykonos aufgetreten ist.

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Es folgte noch ein Französischer Dragking, der dann doch wieder das Ideal des typischen Kerls entsprochen hat und eine ziemlich durchgeknallte Performance der Spicy tigers on Speed….

Insgesamt kann ich sagen, dass ich das Wigstöckel Council viel besser fand als gedacht, aber Kaey hatte in ihrer Abschlussmoderation schon recht, dass irgendwie das Glamour des Veranstaltungsnamens irgendwie fehlte.

Tatjana, Schicksalsjahre einer Königin

Ein Standardwerk der berliner Transenszene?
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Tatjana
, ihreszeichens Berliner-CSD Hoheit von irgendwann bis keinerweisssorecht hat einen zweiten Teil ihres Werkes Tatjana, Schicksalsjahre einer Königin ins Netz gestellt.

Sie beschreibt darin ihre erfundene Geschichte in der berliner Dragzene, Ihr Eintauchen und ihre Zeit als CSD Hoheit

Hab ich auch den ersten Teil nicht mitbekommen, so ist der zweite auf jeden Fall köstlich. Auch wenn Tatjana „Ähnlichkeiten mit allen anderen Personen oder Geschehnissen in Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft“ allenfalls als Zufall betitelt, so kann ich mich dem Umstand nicht entziehen, dass mir diverse der Geschichten, der Personen, Partys oder Gepflogenheiten durchaus nicht ganz als Zufall erscheinen. Noch dazu sind die meisten Personen auch noch gut getroffen. Okay okay, etwas überspitzt doch, aber im Großen und Ganzen nicht vollkommen falsch wiedergegeben worden.

Diese Geschichte könnte man allen Berliner Neutransen als den großen Transenalmanach mitgeben. Tatjana erzählt über das Schwuz, Wigstöckel, das Irrenhouse, das Kumplenest, das GMF, Das Bangaluu, den CSD, die unterschiedlichen Transenszenen in Kreuzberg und Mitte, in Ihrer Geschichte kommen so unterschiedliche Personen wie Kaey Tearing, Gérome Castell, Chicago Rose, :Mataina Ah wie Süß:, Barbie Breakout, Melli Magic, :Nina Queer:, Polla Disaster, Tilly Kreuzfeldt Jakob, Biggi van Blond, :Ades Zabel:, oder Daphne de Baakel.

Wer das gelesen hat, hat schon mal einen ersten Einblick in die Berliner Drag- und Transeszene. Ich bin gespannt auf Teil III

Ein paar Auszüge:

Die tief liegenden Augen hatte ich mit megalangen falschen Wimpern kaschiert, meine Lippen einfach schamlos übergemalt und die Augenbrauen einfach einige Zentimeter über die ursprünglichen, stark gestutzten gemalt. Nur die große Nase konnte ich mit kosmetischen Tricks nicht verbergen, und den Adamsapfel auch nicht.
Aber da ich ja auch als schwuler Mann auftrat, der eine Frau spielt, und keiner wusste, dass ich eine Frau war, die einen Mann spielt, der sich schwul stellt, um eine Transe zu spielen, war es auch nicht weiter schlimm.
Ich hatte sogar extra die Haare an den Oberarmen gelassen, die zwischen Handschuh und ärmellosem Abendkleid hervorguckten. Ich fand, das gab mir in diesen Kreisen so etwas Echtes.

Gérome hatte begonnen, sich ein wenig um mich zu kümmern.
„¾Weißte, Alte, wir Transen müssen zusammenhalten. Jede von uns hat hier Töchter und Schwestern, das System hab ich aus USA mitgebracht. Na, sonst ha`m wa doch keen! Und wer soll sich kümmern, wenn nich die Familie? Ebent! Du bist jetzt meine Tochter. Und für Dich hab ich auch schon eine; Deine Tochter heißt Frank!“
„Meine Tochter heißt Frank? Auf gar keinen Fall,“ wehrte ich ab. „¾Ich kann selber nichts und habe gar nicht die Nerven, mich um so ein verlorenes Balg zu kümmern.“
„¾Frank ist kein Balg,“ sagte Martina ah – wie – Süß, die mit uns am Tresen des Bangaluu`s stand. Martina war die einzig festangestellte Transe der ganzen Stadt. In diesem schicken Club in Mitte, den Kaey sicherlich nur tot betreten würde, war sie die vollendete Gastgeberin. Sie mochte jeden und jeder mochte sie.

Gérome hatte mir Melli Magic und Barbie Breakout am Tresen des GMF vorgestellt. Das GMF war ein schicker Club in Mitte, wo am Sonntagabend die jungen, hübschen und reichen Gays des Berliner Nachtleben das Wochenende ausklingen ließen.
Jetzt verstand ich auch Kaey´s abfällige Bemerkungen über „¾Mitte.“ Die Transenszene in Berlin-Mitte unterschied sich offensichtlich sehr von der in Kreuzberg.
Barbie und Melli verkörperten Glamour pur.

Melanie, ein Lastwagenfahrer im Zebrakleid, der sicher 120 Kilo wog, aber trotzdem stolz bekannte, so jeden Tag zum Bäcker zu gehen und seine Abende im Internet zu verbringen, wo er sich als 47-Kilo-Schönheit vermarktet, oder Sieglinde, die sich nicht traute, ihren Vollbart abzunehmen und darauf Wert legte, sich weder als hetero- noch als homosexuell einordnen zu lassen, aber auch „¾Transmann“ oder „¾multisexuell“ schienen ihrer Identität zu enge Grenzen zu setzen.
„¾Ich bin einmalig, verstehst Du,“ waren ihre Worte.
Mir schwirrte der Kopf. Wie einfach mein Leben doch war! Alles im Endeffekt Schauspielerei!

Nina Queer genoss es, alle Tabugrenzen zu durchbrechen und blieb so immer im Gespräch. Ähnlich exzessiv wie Barbie Breakout oder Gérome, war sie aber noch immer dabei eine clevere Geschäftsfrau, die sich vom Pommesverkäufer zur Partyveranstalterin und zur Besitzerin einer eigenen Kneipe hochgearbeitet hatte. Ihre Go-Go-Tänzer waren ein uraltes, schwabbeliges Ehepaar, die nackt tanzten, und in ihren Shows wurden Bananen ausgekotzt, Nutella verschmiert oder das Publikum mit Hackfleisch beworfen. Die Berliner liebten das.
Ich war bei meinen Auftritten auch immer völlig entfesselt, versaute mein Playback, verlor meine Perücke oder fiel gleich ganz von der Bühne. So erarbeitete ich mir einen soliden, guten Ruf.

Tatjanas Geschichte kommt mir wie ein Zeitraffer von einigen Jahren Berliner Partyszene vor und sie lohnt sich absolut mal zu lesen.

Tatjana, Schicksalsjahre einer Königin Teil II
Tatjana, Schicksalsjahre einer Königin Teil I

Wigstöckel im SO36

Ich hatte einiges über Wigstöckel gelesen und dachte mir, dass ich es nun auch einmal besuchen sollte. Immerhin hatten wir vor Kay Ray’s Latenight noch etwas Zeit und das SO36 liegt ja gerade mal knapp 350 Meter von meiner Wohnung entfernt. Die anderen Mädels hatten keine Lust oder konnten noch nicht, also fuhren Sheila und ich eben alleine dorthin.

Erstaunlicherweise waren wir beide wie verabredet um 22:30 vollkommen fertig gestyled und kaum später, nachdem sich direkt vor uns eine Parkplatz ebenso direkt vorm SO36 auftat. Bevor wir aber erfuhren, was Wigstöckel genau ist, mussten wir ersteinmal an der Kasse vorbei….

Dieses war aber nicht so einfach, denn hinter der Kasse saß irgendetwas zwischen einem Teddybär und Darth Vader. Es sah nicht nur so aus, es bewegte sich auch mit der gleichen Geschwindigkeit und brachte eine ganze Weile, um unser Geld entgegenzunehmen und uns das Wechselgeld zurückzugeben.

Egal, denn nun waren wir im SO36 und schauten uns um… Das SO36 ist ein typischer mittelgroßer Liveschuppen, etwa 2/3 gefüllt mit !! sitzenden !! Menschen jeglicher Coleur. …Sitzen? Auf einem Festival? Na ich weiss nicht. Egal wir stöckelten nach vorne und blieben rechts der Bühne um mal zu sehen, was und dieses Festival so bringt.

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Komische Leute – erstens eine Transsexuelle oder Lesbe oder sonstetwas, die uns zu feschen Beats eine Lebensgeschichte erzählte. Sicherlich ein interessanter Vortrag aber eben doch nicht ganz mein Fall. Ich muss allerdings gestehen, dass ich dieses Gefühl auch bei anderen Darbietungen hatte. Ein Rapper, dessen Sprechgesang ich nicht verstehen konnte blieb für mich ebenso fern, wie ein ausländischer Punker mit grünen Haaren.

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Vermutlich liegt dieses aber auch einfach an meinem mainstreamigen Geschmack, dass mit komischen Einflüssen eben nicht ganz zurechtkommt. Einfacher war meinem Gehirn bekanntes beizubringen. So beispielsweise Tatjanas Darbietung, die eben Travestie wie bereits bekannt war. Gut und eben nicht mit irgendeinem hochtrabenden künstlerischen Ansatz, wie andere der Darbietungen und somit für mich greifbar und verständlich.

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Das Ganze wurde übrigens von Kae Tearing und Prinzessin Hans moderiert. Auch wenn ich sie persönlich nicht kenne, dann muss ich aber zugeben, dass mir die Figur Prinzessin Hans irgendwie suspekt ist. Ein bärtiger, geschminkter Mann ohne Perücke im Abendkleid. Ja ich gebe zu, dass ich auch nicht von Vorurteilen gefeit bin. Vermutlich ist das einfach dieses scheiß Schubladendenken, dem ich mich ja immer gerne entgegenstelle.

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Sorry, auch ich habe Schubladen im Kopf und irgendwie passt das nicht in meine (ureigene) Definition von Transgender. Also nichts gegen Prinzessin Hans persönlich aber irgendwie finde ich das passt nicht.

Da es dann irgendwann zeitlich ziemlich weit vorgerückt war und wir von Kae ja noch zu Kay wollten, verliessen wir Wigstöckel um bekanntere Gefilde zu besuchen.

Wigstöckel oder Sparkle oder eben doch Wigstock?

Aus dem Buch „Die Diva ist ein Mann“ habe ich gelernt, dass das größte Transgenderfestival der Welt wohl Wigstock sei. Woodstock mit Wigs eben. A-ha, da haben wir dann ja mal wieder etwas gelernt.

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Ich will ja nicht nörgelich erscheinen, aber wenn ich auf deren Webseite schaue, dann war das letzte Wigstock in 2005. Wenn ich dann überlege, auf den Kalender schaue und dort Oktober lese, dann denke ich dass dieses Jahr kein Wigstock mehr stattfindet. Schon das zweite Jahr ohne? ….Dann wage ich mal zu behaupten, dass es sich dort irgendwie ausgewigstockt hat.

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Schade, dabei hatte ich mir gerade vorgenommen, dort einmal hinzufahren.

Aber es gibt ja einen kleinen Ableger in Berlin, der sich Wigstöckel nennt und laut oben genannten Buch zumindest das größte Transgenderevent in Europa sei.

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Nun muss ich gestehen, dass ich zwarWigstöckel schon von Namen her kenne aber eben nicht mehr. Wigstöckel mit Plenum und Versammlungen sowie open Stages hatte für mich etwas hippiemäßiges mit Studenteneinschlag, allerdings dachte ich bisher nicht, dass da viel draus werden könnte – zumal ich mich ja auch durchs Netz leiten lasse und hier noch nirgendwo, wo sich Transgender finden etwas darüber finden konnte.

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Wie kann etwas Trangender United International sein, wenn es nichteinmal ganz durch Deutschland bekannt ist.

Naja, wenn ich aber die Gallerien zu Wigstöckel so durchgehe, finde ich dort doch so manch Berliner Gesicht. Vielleicht ist es doch eben eher Trangender United Berlin?

Ausserdem dachte ich bislang, dass Sparkle das größte Europäische Transgender-Festival sei.

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Da uns die Briten ja eigentlich bei allem ein bis zwei Jahre voraus sind, würde mich nicht wundern, wenn Sparkle tatsächlich das größere Festival sei. zumindest ist das Logo aber um einiges professioneller und deren Webpräsenz zum jeweiligen Termin auch.

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Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass die wichtigsten UK-Blogger dort scheinbar involviert sind… Wenn Joanna, Becky und Siobhan darüber berichten, dann kann es schon sein, dass Aussenstehende es als wertvoll erachten, ohne zu wissen, worum eis eigentlich geht.

Ich werde wohl erst wissen, was wichtiger ist, wenn ich alle diese Festivals besucht habe.

Erstmal war aber am Wochenende Wigstöckel dran.